Kirchenchor präsentiert Jazz-Gospelmesse „HE“

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Der Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm begeisterte mit der Jazz-Gospelmesse „HE“ zahlreiche Besucher. ▪

HAMM ▪ „Have mercy, oh Lord“ – die von Kantor Heiko Ittig geführten Sänger des Pop- und Gospelchors der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm sangen bereits auf ihrem Weg vom Pauluskirchen-Portal zur Altarraum-Bühne aus voller Kehle.

Dort warteten schon die sie begleitenden Instrumentalisten der St.-Pauls-Combo: Jessica Sladczyk (Altsaxophon), Lukas Lüffe (Bass), Jakob Lüffe (Keyboard) und Marc Pawlowsky (Schlagzeug). Gemeinsam mit der Kölner Jazzsängerin Anne Hartkamp präsentierten sie Simon Zemziks Gospelmesse „HE“, deren Text auf dem anglikanischen „Common Book of Prayer“ (Allgemeines Gebetbuch) basiert. Diese Worte sind fast identisch mit denen der protestantischen und katholischen Liturgie. Der im Credo verwendete Text ist noch heute im orthodoxen Gottesdienst gebräuchlich und betont den alle christlichen Konfessionen verbindenden Anspruch der Jazz-Gospelmesse.

Freudig bewegt waren die Sänger von der musikalischen Melange aus Gospel, Pop, Jazz und Rock und übertrugen ihre Begeisterung damit sogleich auf die fast das ganz Kirchenschiff füllenden Musikfreunde. Diese „Schalldämpfung“ und die kontrolliert zurückhaltend agierende Rhythmusgruppe sorgten für eine ordentliche Akustik, so dass dem Mitswingen und –schnippen der Besucher nichts mehr im Wege stand. Über diesem einfühlsamen Umgang mit der Dynamik umspielte Sladzyks Saxophon die Melodien, kontrastierte und kommentierte und darauf setzte die Sängerin noch vokale Glanzlichter. Anne Hartkamps Stimme veredelte Balladen und gemeinsam mit den Chorsängern vorgetragene Glaubensbekenntnisse. Intensiv und facettenreich bewältigte sie scheinbar spielerisch die ganze emotionale Skala von anrührend bis mitreißend. Ihr Jazzgefühl und Gespür für eingängigen Populärgesang rundete die mit Inbrunst vorgetragenen Glaubensinhalte zu einem besonderen Erlebnis.

Dieser Abwechslungsreichtum ließ gar keine schwachen Momente zu, so dass Lieder zu Gottes Ehre, Heilsgeschichte und Lob des Erlösers bis hin zur abschließenden Friedensbitte wie aus einem Guss klangen. Kantor Ittig leitete Band und Sänger mit offensichtlicher Begeisterung und schien geradezu beseelt von Inhalt und Ausführung der kraftvoll tönenden Messe. Vielen Gästen war anzusehen, dass sie liebend gern aufgesprungen wären, um sich einzubringen und Glaubensbekenntnis und Liebe zur Musik ihren eigenen Ausdruck hinzuzufügen. So fiel der abschließende Applaus natürlich gewaltig aus, bis der Dirigent nach Durchsicht seiner Notenblätter die Mitwirkenden wieder zusammenrief, um noch eine Zugabe draufzulegen. ▪ WERNER LAUTERBACH

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