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Rekord bei Kirchenaustritten in Hamm - auch wegen Booms?

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Von: Frank Lahme

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Nicht nur Joseph Ratzinger schweigt zu den Vorwürfen des Missbrauchs, die in seine Verantwortung und Amtszeit als Bischof fielen.
Die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche schlagen sich auch bei den Kirchenaustritten nieder. © DPA

Die Zahl der Kirchenaustritte wird in Hamm in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreichen. Unklar ist, ob die Entwicklung durch den Fall Booms nochmals forciert wird.

Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts am Montag mitteilte, hätten in diesem Jahr bislang 1230 Personen ihren Austritt erklärt. Im Jahr 2021 waren es insgesamt 825 gewesen, im Jahr 2019 (bisher bekanntes Rekordhoch) 918. Der Vorgang für Kirchenaustritte war unlängst vereinfacht worden.

26 Austrittsgesuche an einem Tag

Welche Rolle der vor am 12. November 2022 bekannt gewordene Missbrauchskandal um den 2004 gestorbenen Dechanten Heinz Booms einnimmt, lasse sich nicht sagen, hieß es weiter vom Amtsgericht. Allerdings seien allein am Sonntag, 20. November, 26 Termine von Austrittswilligen „gebucht“ worden. Eine solch hohe Zahl habe es an einem einzelnen Tag noch nie gegeben. Ob sich die Austrittswelle zudem primär auf die katholische Kirche bezieht, ist ebenfalls nicht gesichert – allerdings wahrscheinlich.

Bei der Interventionsstelle des Bistums Münster sind wegen des Booms-Falls bislang keine neuen Anträge auf Anerkennung des Leides eingegangen. Eines der Booms-Opfer hatte bereits im Jahr 2019 15.000 Euro erhalten. 

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