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Kirche übernimmt nicht die städtische Bezirksbücherei

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HEESSEN ▪ Gerne hätten die Heessener Bezirksvertreter in ihrer jüngsten Sitzung mehr über die geplante Schließung der Bezirksbücherei und die Zusammenlegung der drei Katholischen Öffentlichen Büchereien der Gemeinde Papst Johannes in diesen Räumen erfahren. Doch, obwohl erst nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt, wurde der Punkt wieder gestrichen. Die Verhandlungen mit der Gemeinde seien noch im Gange, hieß es.

Im Gespräch mit dem WA betonte Pfarrer Wilhelm Lohle noch einmal ausdrücklich: „Wir übernehmen nicht die Bezirksbücherei.“ Mit einem Team ehrenamtlicher Mitarbeiter sei es gar nicht möglich, all die Aufgaben hauptamtlicher Bibliothekare zu bewältigen. Die Öffnungszeiten und der Umfang des Services hänge ganz wesentlich von der Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter ab. „Deswegen sind wir natürlich dankbar über jeden, der mithilft“, sagte er.

Grundsätzlich habe man in den Verhandlungen gesagt: Wenn die Bezirksbücherei aus der Sachsenhalle ausziehe und falls der Gemeinde die Räume dann angeboten würden, sei man bereit, die drei Katholischen Öffentlichen Büchereien der Gemeinde dort zusammen zu legen, berichtete Lohle. Wichtige Voraussetzung sei zusätzlich, dass kein Mitarbeiter der Bezirksbücherei seine Arbeit verliere. Mit einer Entscheidung rechnet er voraussichtlich noch vor der nächsten Sitzungsrunde. Die Bezirksvertretung tagt das nächste Mal am 6. Juli und der Rat am 13. Juli.

Bei einer Zusammenlegung der drei Gemeindebüchereien habe man mit rund 8 000 Medien einen Bestand ähnlich der Bezirksbücherei, so Lohle. Auch im Angebot sieht er in weiten Teilen eine große Übereinstimmung. Mitnichten gebe es in den Gemeindebüchereien vornehmlich religiöse Literatur. Dieser Anteil sei sehr gering und ebenso in städtischen Büchereien zu finden. Der Schwerpunkt liege auf Belletristik, Kinder-, Jugend- und Sachliteratur. Wie bisher schon, werde es auch künftig eine Zusammenarbeit mit den Schulen geben.

Im Fall einer Zusammenlegung der drei Gemeindebüchereien, die übrigens auch vom Bistum Münster favorisiert werde, gebe es die große Chance, als eine der ersten Einrichtungen mit moderner Internetausleihe zu werden, betont Lohle.

Er sieht eine zentrale Gemeindebücherei auch nicht als Konkurrenz zur Stadtbücherei, sondern viel eher als Ergänzung. Sie solle eine Begegnungsstätte werden, in der man in Ruhe auch in den Büchern schmökern könne.

Interkulturelle Begegnungsstätten sind die Katholischen Öffentlichen Büchereien bereits. „Rund die Hälfte unserer jungen Besucher haben Migrationshintergrund. Oft machen sie bei uns die ersten Leseerfahrungen, und es sind sehr eifrige Leser darunter“, berichtet Hannelore Knicker von der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Theresia. Eine Ablehnung zum Beispiel moslemischer Familien den katholischen Einrichtungen gegenüber kann sie also nicht beobachten. ▪ jim

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