Entweihte Kirche St. Josef wird schon ausgeräumt

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Gut verpackt lagerte die Orgel im Kirchraum und wartete auf den Transport nach Polen.

HEESSEN - Nach der Profanierung der Kirche St. Josef am vergangenen Samstag ging es ganz fix. Schon am Dienstag waren die Bänke Richtung Polen unterwegs, und am gestrigen Mittwoch vormittag lag die Orgel komplett abgebaut und wohl verpackt im Kirchraum. Die fleißigen Helfer aus Białystok warteten nur noch auf den Lkw.

Über das Tempo staunten auch die Männer der KAB St. Josef nicht schlecht, als sie gestern die Krippe abbauten. Doch die Eile hat einen guten Grund. Die Gemeinde in der polnischen Stadt nahe der russischen Grenze wartet dringend auf Bänke und Orgel. Beides findet Verwendung in einer doppelstöckigen Kirche, die im vergangenen Jahr einen Brandschaden hatte. „Als die Vermittlung perfekt war, hätte die polnische Gemeinde am liebsten alles sofort abgeholt“, berichtet Pfarrer Wilhelm Lohle. Zustande gekommen sei der Kontakt über die Vermittlung des Bistums Münster.

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Wie Lohle berichtet, hat die Gemeinde eine Sommer- und eine Winterkirche, die beide in einem Gebäude untergebracht sind. Die obere Sommerkirche habe 1000 Sitzplätze. Dort stehe die ehemalige Orgel des Domes zu Speyer. Die Orgel von St. Josef sei für die darunterliegende Winterkirche gedacht. Sie passe perfekt. Die polnische Gemeinde habe schon lange gesucht.

Er sei froh dass Orgel wie Bänke weiterhin gebraucht würden und nicht in einer Lagerhalle verstaubten. Ohnehin sei es kaum möglich, Orgeln zu lagern. Ein neuer Nutzer könne die Funktionsfähigkeit in einem Lager schließlich nicht feststellen. Für den Abbau hatten die rund 20 Helfer aus Białystok auch eigens einen Orgelbauer mitgebracht.

Vor Ort war gestern auch Johannes Nüsse, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Wie Pfarrer Wilhelm Lohle betonte er, dass möglichst viel aus der Kirche St. Josef in der Gemeinde bleiben solle. So sei er unter anderem dafür, die Hauptfiguren für die neue Kapelle im Seniorenheim zu verwahren. Ein Problem sei jedoch, ob es überhaupt mit vertretbaren Mitteln möglich sei, manche Dinge auszubauen. Als Beispiel nannte er das Fenster aus Glasbausteinen, das dem Seiteneingang gegenüber liegt.

Alle, die Interesse an Gegenständen aus der Kirche haben, bittet er die Wünsche aufschreiben und im Pfarrbüro abzugeben. Die Entscheidung, was in der Gemeinde bleiben solle, fälle der Kirchenvorstand als Verwalter des Vermögens der Pfarrei. Diese Entscheidung werde aber erst dann gefällt, wenn absehbar sei, was auch wirklich weiterverwendet werden könne, so Nüsse. - jim

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