"Kipp'n in": So wird Gelände der Kultkneipe bald überbaut

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Zwei Praxen und 34 Wohneinheiten: Das Areal am Bahnhof wird sich schon bald stark verändern.

Es wird konkret auf der ehemaligen Fläche des „Kipp’n in“ an der Bahnhofstraße 29 in Hamm. Voraussichtlich im November soll der Baustart erfolgen.

Hamm – Anfang 2022 solle der Neubau mit 34 Wohneinheiten fertiggestellt sein, sagte Investor Dirk Brenschede gegenüber unserer Zeitung. Bei dem Objekt handelt es sich um einen wichtigen Baustein zur Umstrukturierung der Innenstadt. Im Erdgeschoss werden ein Allgemeinmediziner und ein Augenarzt mit ihren Praxen einziehen. Vorverträge seien unterschrieben, so Brenschede. Auf den vier Etagen darüber will er sogenanntes „Service-Wohnen“ anbieten. In erster Linie angesprochen fühlen sollen sich Menschen, die beispielsweise mit Eintritt ins Rentenalter ins Zentrum ziehen und sich ein wählbares Paket an Service- und Pflegeleistungen sichern wollen.

„Das kann sich über einen Wäschedienst, das Auffüllen des Kühlschranks bis zu pflegerischen Leistungen in späterer Zeit erstrecken“, erläutert der Investor. „Durch die Unterschrift des Mietvertrages ist eine spätere Pflege garantiert“, sagt Brenschede. Dafür arbeitet er mit einem überregionalen Betreuungsdienst zusammen. Nicht gemeint sei damit allerdings eine spätere Intensivpflege. Dafür ist die Infrastruktur des Hauses nicht ausgelegt.

Zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß werden die Einheiten sein. 30 von ihnen Verfügen über einen Balkon. Für alle Parteien gemeinsam wird es eine 160 Quadratmeter große Dachterrasse mit Ausrichtung nach Süden zur Neuen Bahnhofstraße und einen Veranstaltungsraum im Obergeschoss geben. Insgesamt handelt es sich um eine Grundfläche von rund 660 Quadratmetern. 340 Quadratmeter davon hatte die SEG erworben, um das „Kipp’n in“ abreißen zu können und städtebaulich den Grundstein für eine Neubebauung zu legen. Rund 320 Quadratmeter befinden sich im Eigentum der Familie Brenschede. die hier 1905 ihren heutigen Großhandel für Stahl, Sanitär, Heizung und Rohzubehör gründete. Die Bruttogeschossfläche beträgt rund 3500 Quadratmeter.

Komplex mit fünf Geschossen

Das neue Gebäude schließt direkt an den Altbestand an. Zur Bahnhofstraße hin wird der Komplex fünf Geschosse haben, zur Neuen Bahnhofstraße vier. Über eine Durchfahrt wird der kleine Innenhof des äußerlich geschlossenen Baukomplexes erreicht. Hier befinden sich Fahrradstellplätze, Müllbehälter und einzelne Pkw-Stellplätze. Baubeginn werde an der Neuen Bahnhofstraße sein, kündigt Brenschede an.

Er hat den Komplex mit dem Hammer Büro Eichhorst + Schade Architekten in enger Abstimmung mit der Stadt Hamm und der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) entwickelt. Der Neubau bedeutet einen Brückenschlag aus Richtung Kleist-Forum über die Neue Bahnhofstraße ins Museumsquartier. In Kombination mit dem geplanten studentischen Wohnen neben dem Gesundheitsamt und der Bebauung der Rückseite des B&B-Hotels wird hier – ebenfalls mit entscheidender Beteiligung der SEG – eine Art städtebaulicher „Relaunch“ und eine Belebung der Innenstadt durch Wohnraum vollzogen.

Das „Kipp’n in“ hatte im Mai 2017 geschlossen, ein gutes Jahr später wurde der bunte Immobilienmix abgerissen. Brenschede hat die Fläche der Stadtentwicklungsgesellschaft erworben, ergänzt sie durch eigene Flächen und überbaut nun den gesamten Komplex bis zur Spielhalle an der neuen Bahnhofstraße.

Zum Investitionsvolumen wollte er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen, auch nicht zu späteren Mietpreisen.

Interieur des "Kipp'n In" wandert in den Container

Interieur des "Kipp'n In" wandert in den Container

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