Nun sagt eine Anthropologin aus

Videoaufnahmen zeigen Ähnlichkeit mit Täter im Kiosk-Raub: Angeklagter beteuert weiter seine Unschuld

Die Auswertungen der Filmsequenzen zeigen Übereinstimmungen mit der Statur des Angeklagten.
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Die Auswertungen der Filmsequenzen zeigen Übereinstimmungen mit der Statur des Angeklagten.

Im Dortmunder Landgerichtsprozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georgs-Platz hat ein Gutachten den Angeklagten schwer belastet.

Hamm/Dortmund – Die Anthropologin Dr. Kerstin Kreutz hatte im Auftrag des Gerichts Video- und Fotomaterial ausgewertet und mit den Körpermerkmalen des angeklagten Hammers verglichen.

Er soll zusammen mit einem Komplizen am 12.Juli vergangenen Jahres den Kiosk überfallen haben. Videoaufnahmen aus dem Verkaufsraum zeigen eine mit Kaputzenpulli und Schirmmaske vermummte Person. Die Auswertungen der Filmsequenzen zeigen Übereinstimmungen mit der Statur des Angeklagten sowie frappierende Ähnlichkeiten zwischen dem nicht verhüllten Unterkiefer des Räubers sowie des Angeklagten.

In akribischer Kleinarbeit hat die Gutachterin zudem Polizeiaufnahmen des Tatverdächtigen nach seiner Festnahme analysiert. Sie war in der Untersuchungshaft, in der der Angeklagte bleiben muss, und machte Aufnahmen des mutmaßlichen Räubers für ihr Gutachten.

Erdrückende Beweise

Ihre am Verhandlungstag (15.Juni) vorgetragene Analyse des Datenmaterials zeigte in der Auswertung viele Übereinstimmungen mit dem Angeklagten, so dass seine Täterschaft wahrscheinlich erscheint. In dem Indizienprozess beteuert der vielfach vorbestrafte Hammer seit Monaten seine Unschuld. Er habe zur fraglichen Tatzeit mit Bekannten in einer Wohnung stundenlang Alkohol getrunken.

Der mutmaßliche Täter konnte vor Gericht nicht befragt werden. Er hatte bei der Gegenwehr des Kioskbetreibers starke Kopfverletzungen erlitten und wird ein Pflegefall bleiben. An das Tatgeschehen hat er keine belastbare Erinnerung. Das Verfahren wird am Freitag mit den Schlussvorträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt.

Im Prozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georg-Platz sah es vor einigen Monaten noch recht gut aus für den schweigenden Angeklagten: Erneut hatte ein Zeuge ein völlig anderes Täterprofil beschrieben.

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