Ekelort

Kino-Parkhaus bleibt Schandfleck: Polizei verzeichnet 26 Einsätze in drei Monaten - laut Stadt „komplett ruhig“

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Diese Feuchtigkeit ist kein Wassereinbruch, sondern eine Urinlache.

Hamm - Ekelort, öffentliche Toilette, Drogenküche und für manchen ein Angstraum: An der Situation im Parkhaus unter dem Kino hat sich nichts verändert.

Eine – dringend erforderliche und eigentlich selbstverständliche – Reinigung im März blieb reine Makulatur. Das Parkhaus ist nachweislich auch ein Ort von Straftaten. 26 Mal war die Polizei in den vergangenen drei Monaten aus unterschiedlichen Anlässen rund um das Parkhaus im Einsatz, zuletzt am frühen Dienstagmorgen als zwei Müllcontainer brannten.

Acht Anzeigen wegen Hausfriedensbruch

Die Anlässe waren unterschiedlich. Am häufigsten wurden die Beamten wegen hilfloser oder verdächtiger Personen und Hausfriedensbruch alarmiert – für letzteren wurden allein acht Anzeigen geschrieben.

Hinzu kamen Körperverletzung, Fahrraddiebstahl und Betäubungsmitteldelikte. Entweder wurde die Polizei von Zeugen alarmiert oder selbst aufmerksam. Diebstähle aus Autos seien in diesem Zeitraum nicht gemeldet worden, sagt Polizei-Pressesprecher Hendrik Heine.

Parken in der "Geisterbahn": Garage unterm Kino bleibt ein gefährlicher Ekelort

Ein Anstieg von Straftaten sei zwar nicht festzustellen, allerdings gebe es sie nach wie vor. „Der beste Wert wäre Null“, so Heine. Es sei bekannt, dass sich hier Personen aus bestimmten Milieus aufhielten. Allein gegen ein und dieselbe Person seien beispielsweise zwischen November und März drei Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs gefertigt worden. Abgehalten von Besuchen im Parkhaus hat das die Person aber wohl nicht. Wenig verwunderlich: Denn für einen Haftbefehl reiche das noch lange nicht, so Heine.

Polizei: Sicherheit ist Sache des Betreibers

Der Sprecher machte deutlich, dass die Sicherheit im Parkhaus Sache des Betreibers sei. Die Polizei sei für den öffentlichen Raum zuständig und nicht der Sicherheitsdienst des Eigentümers. Gleichwohl hätte der Bezirksdienst das Parkhaus im Auge.

An der Stadt und dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) ist die Situation in Zeiten von Corona vorbeigegangen. „In den vergangenen Monaten sind keinerlei Hinweise oder Beschwerden von Bürgern eingegangen“, sagte Stadtsprecher Lukas Huster auf Nachfrage unserer Zeitung. „Mit Blick auf die derzeitige absolute Priorität auf der Kontrolle der Corona-Vorgaben finden anlasslose Kontrollen im Bereich rund um den Chattanooga-Platz derzeit nur sporadisch statt“, so der Sprecher.

Am Kino sei es aus Sicht der Stadt „komplett ruhig“ gewesen, dementsprechend seien auch keine Sanktionen verhängt worden.

Sicherheitsdienst zu teuer

Einen Sicherheitsdienst wollten weder der Eigentümer, noch der Dienstleister Goldbeck Parking bisher bestellen. Der Grund: zu teuer. Gespräche zwischen beiden seien auf Freitag in einer Woche verschoben worden, sagte Eigentümer Hubert Nieuwdorp.

Dabei gehe es neben dem Aufgaben-Katalog für den Dienstleister unter anderem um die Ausübung des Hausrechts. Hier war in der Vergangenheit die Verantwortung hin- und hergeschoben worden. Ohne Hausrecht können keine Hausverbote verhängt werden.

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