„Kein Kind zurücklassen“: Kinderarmut geht in Hamm zurück

Für das vergangene Jahr wurden in Hamm 4760 Kinder und Jugendliche als Leistungsempfänger registriert.
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Für das vergangene Jahr wurden in Hamm 4760 Kinder und Jugendliche als Leistungsempfänger registriert.

Die Kinderarmut ist in Hamm in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Hamm – Waren 2017 noch 6098 Kinder und Jugendliche als Leistungsempfänger registriert, sank die Zahl bis 2019 auf 4760. Auch landesweit hat sich die Situation dem Düsseldorfer Sozialministerium zufolge etwas entspannt.

Das Ministerium beantwortete jetzt eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Als arm stuft es dabei Kinder und Jugendliche ein, die auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen sind.

In Hamm waren das im vergangenen Jahr 4760 Betroffene, 1338 weniger als noch im Jahr 2017. 2366 der Kinder waren weniger als acht Jahre, 1711 zwischen acht und 14 Jahren, 683 zwischen 15 und 17 Jahren alt. Landesweit sank die Zahl im Vergleichszeitraum von 592.171 auf 553.107 Betroffene (–39.064). In Hamm waren damit 15,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Mindestsicherung, landesweit lag die Quote etwas höher – bei 18,4 Prozent.

Kein Kind zurücklassen

Sinkende Zahlen bei den Bedarfsgemeinschaften seien landesweit ein Stück weit auf die vor der Corona-Krise gute wirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen, sagte ein Stadtsprecher. Eine Rolle spiele auch die Neuregelung und Erweiterung des Unterhaltsvorschusses im Jahr 2018. Dass die Entwicklung in Hamm noch besser als im Landesschnitt ausfalle, sei auch auf das jahrelange Engagement der Stadt Hamm in diesem Bereich zurückzuführen. Im Rahmen des Programms „Kein Kind zurücklassen“ habe man sukzessive ein engmaschiges Netz aufgebaut und viel Geld investiert.

Der Effekt solcher Maßnahmen werde erst nach Jahren sichtbar und schimmere jetzt durch, so der Stadtsprecher weiter. Mit einer engmaschigen Begleitung von Familien, Kindern und Jugendlichen erreiche man, dass diese wiederum ihre eigenen Ziele erfüllen und ihren Lebensunterhalt immer besser selbst bestreiten könnten. Man sei hier auf einem guten Weg, betonte der Sprecher. Klar sei aus Sicht der Stadt aber auch, dass 15 Prozent Kinder, die von Sozialgeld leben müssen, weiterhin zu viel sind.

Die Stadt Hamm ist bundesweiter Spitzenreiter bei Bildungsleistungen für arme Kinder. Ein ungewöhnlich unkomplizierter Prozess macht es möglich, dass Städte wie Münster und Mülheim deutlich abgehängt werden. Ein 56-jähriger Mann aus Hamm steht wegen wiederholten schweren sexuellen Missbrauchs seiner leiblichen Tochter vor dem Dortmunder Landgericht. Die Vorwürfe gehen weit zurück in die Vergangenheit.

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