„Historischer Ort der Gemeinschaft“ in Heessen

Kulturdenkmal 2021: Hammer Kiepenkerlplatz ausgezeichnet

Heimatvereinsvorsitzender und  Ortsheimatpflegerin Heessen auf dem Kiepenkerlplatz
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Heimatvereinsvorsitzender Heinrich Klockenbusch und Ortsheimatpflegerin Inge Block-Löher freuen sich über die Auszeichnung für den Kiepenkerlplatz.

Als der Bund für Heimat und Umwelt in diesem Jahr die Ausschreibung „Historische Orte der Gemeinschaft“ für die Auszeichnung „Kulturdenkmal des Jahres 2021“ versandte, reagierte der Heimatverein Heessen – und hatte Erfolg.

Heessen - Seine ausführliche Beschreibung des Kiepenkerlplatzes und seine bis zu 1000 Jahre vor Christus zurückreichende Geschichte machte ihn zu einem der 13 bundesweiten Preisträger. Nun trafen sich Ortsheimatpflegerin Inge Block-Löher und der Heimatvereinsvorsitzende Heinrich Klockenbusch vor Ort, um einen passenden Platz für die Auszeichnung zu finden.

„Leider können wir ja Corona-bedingt in diesem Jahr keinen Festakt durchführen“, sagt Block-Löher. Doch sobald es wieder möglich sei, solle auf jeden Fall etwas passieren. Klockenbusch verwies auf frühere Veranstaltungen, wie das Mai-Singen, das stets an dem zentralen Platz zwischen St.-Stephanus-Kirche und Bäckerei Ridder durchgeführt wurde. „Das passt auch in die Tradition, denn dieser Platz mit der Linde war stets ein Versammlungs-, Fest- und Gerichtsplatz“, so Klockenbusch.

Als Ort für die Anbringung der Auszeichnung einigten sich Klockenbusch und Block-Löher schnell auf die Säulen des angrenzenden Laubengangs. Dann berichteten sie von den Aktivitäten, mit denen der Heimatverein die örtlichen Grundschüler auf die Geschichte aufmerksam macht.

„Gerade beim Thema Kirchenasyl haben wir hier eine schöne Möglichkeit, die Kinder spielerisch der Vergangenheit anzunähern“, erklärt Klockenbusch. Früher tagte unter der Linde das weltliche Gericht. Dort befand sich der Schandpfahl und gibt sogar Zeugnis darüber, dass es auch zur Vollstreckung härterer Strafen kam. Wenn es ein Angeklagter jedoch schaffte, die Mauer um den Kirchhof zu überwinden, so begab er sich unter den Schutz der Kirche und war für das weltliche Gericht nicht mehr greifbar. „Die Kinder staunen dann erst und sind später beim Nachspielen solch einer Flucht mit Feuereifer dabei“, erzählt Block-Löher.

Ob erst der Platz oder erst die Gebäude standen? Zuerst sei wirklich der Platz da gewesen, der den Anwohnern der Bauerschaften Westhusen und „Hülsy“ als „Thie“, als Versammlungsplatz, gedient habe, so Klockenbusch. Dann habe sich nach und nach alles drum herum entwickelt. Es sei schön, dass dieser Platz bei gutem Wetter und einer normalen Situation auch durch den Café-Betrieb gut genutzt sei.

Anlässlich der aktuellen Auszeichnung sei es an der Zeit, eine Veranstaltung an dem geschichtsträchtigen Ort durchzuführen. Er freue sich, die Bildungsarbeit und Freizeitgestaltung des Heimatvereins dort fortführen zu können, sobald die Corona-Pandemie vorbei sei. „Vielleicht klappt es ja schon zum Mai-Singen“, hoffen die beiden Lokalpatrioten.

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