Keine Öffnung der Autobahnbrücke für Pkw

WEETFELD ▪ Die probeweise Öffnung der Autobahnbrücke Osterbönener Weg/Poilstraße für Autos, die aus Richtung Weetfeld kommen beziehungsweise dorthin wollen, ist vom Tisch. In geheimer Abstimmung sprach sich die Bezirksvertretung Pelkum am Dienstag mit elf zu acht Stimmen gegen den Antrag von FDP-Bezirksvertreter Jörg Stefan aus.

Wie erwartet hatte die Diskussion über das Für und Wider der Öffnung zahlreiche Anlieger und Vertreter der Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft ins Amtshaus gelockt. So erinnerte Werner Kranz die Politiker an ihren vor einigen Jahren gefassten Beschluss, die Verkehre aus den Wohngebieten herauszuhalten. Eine Öffnung der Brücke wäre ein Verstoß gegen die bislang gültigen Beschlüsse und Versprechungen, sagte Kranz.

Und so riefen nicht nur bei ihm die Ausführungen der Verwaltungsmitarbeiter Dirk Becker und Michael Bertelt Kopfschütteln hervor. Laut Becker sei eine Brücken-Öffnung für Pkw mit entsprechender Höhen- und Breitenbegrenzung technisch machbar. Sie würde zusätzliche Kosten in Höhe von 8 000 Euro verursachen. Auch Bertelt sah darin keine Probleme. Der Bebauungsplan werde durch einen Probebetrieb nicht angetastet. Nach der Begleitung des Versuchs müsste man dann in einem Jahr eine endgültige Entscheidung treffen und den Bebauungsplan gegebenenfalls ändern. Außerdem könne der Probebetrieb jederzeit unterbrochen werden.

Doch so weit wollte es die Mehrheit der Politiker erst gar nicht kommen lassen. So verwies Gerlinde Schöpper (SPD) darauf, dass zum Beispiel die Weetfelder Straße nicht für noch mehr Verkehre ausgelegt sei. Ins gleiche Horn stieß ihr Parteifreund Wilfried Bülling. Die SPD halte an dem seinerzeit gefassten Beschluss fest, die Verkehre aus den Wohngebieten herauszuhalten. Auch Karsten Weymann (Bündnis 90/Die Grünen) konnte die erneute Diskussion nicht nachvollziehen. Bei einer Öffnung der Brücke würde sich die gesamte Politik unglaubwürdig machen.

Das sah Friedrich Witte (CDU) anders. Die teure Brücke müsse auch ihren Zweck erfüllen. Er habe mit vielen Menschen aus Weetfeld gesprochen. Auch sie seien für eine Pkw-Durchfahrt. Er habe die Situation nach der kurzzeitigen Öffnung Anfang 2010 beobachtet. Die Brücke sei nicht übermäßig stark frequentiert worden. Bei einer Öffnung werden die Wohngebiete in Weetfeld nicht betroffen sein, so Witte, der sich sogar für einen Kreisverkehr aussprach. Es sei die beste Möglichkeit, von Weetfeld nach Bönen zu kommen. Ähnlich äußerten sich CDU-Fraktionschef Friedhelm Brüggemann und der Antragsteller, der sich in der ganzen Diskussion „mehr Sachlichkeit“ gewünscht hätte und der am Ende noch einmal den Versuch unternahm, die anderen Parteien umzustimmen: „Wir könnten die Höhenbegrenzung auf 2,20 Meter reduzieren.“

Aufgrund der Bauarbeiten im Inlogparc ist eine Durchfahrt derzeit sowie nicht möglich. Mit Abschluss der Erschließungsarbeiten wird – wie geplant – ein Wendehammer unter anderem mit einem automatischen Sperrpfosten errichtet, der von Landwirten bedient werden kann. Neben Fußgängern und Radfahrern haben somit nur landwirtschaftliche Fahrzeuge freie Fahrt. Eine Erschließung des Inlogparcs erfolgt somit bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts über Bönener Gebiet. ▪ stg

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