Keine Müll-Detektive für Hamm - Idee politisch verpufft

Immer wieder wilde Müllkippen in Hamm.
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Immer wieder wilde Müllkippen: Insbesondere im Grünen und auf Feldwegen taucht der Unrat auf, wie hier an der Frielinghauser Straße (Aufnahme aus dem vergangenen Jahr).

Auf die Schnelle wird es in Hamm keine Waste-Watcher geben. Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden hat in seiner jüngsten Sitzung die Anregung zur Einrichtung eines „Waste-Management“ ausführlich diskutiert.

Hamm - Statt auf Müll-Detektive setzt der Ausschuss darauf, die Verwaltung zu beauftragen, die Bürgerschaft zur Müllproblematik zu informieren und zu sensibilisieren. Zum 3. Juli trete außerdem das deutschlandweite Verkaufsverbot von Plastik- und Einweggeschirr in Kraft. Darin sieht der Ausschuss viel Potenzial, dass weniger Essensverpackungen weggeworfen werden. Zu diesem Thema soll ein Flyer erstellt werden. Außerdem soll der Mängelmelder durch eine Hotline ergänzt werden, sodass die Stadt für die Bürger leichter zu erreichen ist.

Trotzdem soll das Waste-Management nicht endgültig zu den Akten gelegt werden: Die Mitglieder des Ausschusses wurden gebeten, bei den anstehenden Haushaltsberatungen in ihren Fraktionen und Gruppen zu beraten, wie Haushaltsmittel für die Einstellung von zusätzlichem Personal beim ASH generiert werden können. Mit diesem deutlichen Auftrag ging der Ausschuss auseinander.

Zuvor hatte Initiator Uwe Richert die Möglichkeit bekommen, seine Vorstellungen zum Waste-Management vorzustellen. Der Hammer hatte sich mit der Bitte an den Ausschuss gewandt, in der Stadt ein „Waste-Management“ einzurichten. Er wünscht sich eigens ausgebildete Müll-Detektive, die sich auf die Suche nach Müll machen und Umweltsünder ansprechen. Andere Städte, unter anderem Hagen, so Richert, hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Zusätzliches Personal würde vor allem mehr Ausgaben bedeuten. In Hagen würden die Waste-Watchter rund 1,5 Millionen Euro kosten und nur ein geringer Teil würde durch Bußgelder wieder eingeholt. „Dafür sind die Müllgebühren in Hagen deutlich höher als in Hamm“, so Franz Tillmann, der Vorsitzende des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden. Der Sozialdemokrat hofft, dass auch die von der Ampelkoalition angedachten Bezirke-Teams von KOD und Grünflächenamt Wirkung zeigten und so wilde Müllkippen verschwänden.

Verwaltung sieht keinen Handlungsbedarf

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte die Verwaltung keinen Handlungsbedarf gesehen und auf das „Gute System des Mängelmelders“ hingewiesen sowie auf den Kommunalen Ordnungsdienst aufmerksam gemacht, der im Rahmen seines Dienstes auf die Sauberkeit achte und gegebenenfalls direkt Verwarnungsgelder verhänge.

Nicht zufrieden mit dem Ausgang war am Ende Initiator Uwe Richert. „Ich bedaure das mangelnde Engagement der Menschen, die unsere Stadt lenken, beziehungsweise das Hamm von morgen gestalten. Die Zeit ist überreif für ein konsequentes Vorgehen gegen wilde Müllkippen, aber auch das achtlose Entsorgen von Kleinmüll. Wir schauen zu, wie unsere Heimat zugemüllt wird. Ich bin sehr enttäuscht über das mangelnde Engagement der Politiker“, sagte er.

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