Stadt bestätigt Gerüchte im Netz

Beerdigung auf Südenfriedhof in Hamm läuft aus dem Ruder

Um diese Grabstelle aus dem Südener Friedhof geht es.
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Um diese Grabstelle aus dem Südener Friedhof geht es. Hier sollen sich am Samstag, 2. Januar, viele Trauernde ohne Rücksicht auf die Corona-Regeln aufgehalten haben.

[Update] Hohe Wogen schlägt eine Beerdigung, die auf dem Südener Friedhof in Hamm stattgefunden hat. 

Hamm - 150 bis 200 Trauernde hätten sich am vergangenen Samstagmorgen auf dem Friedhof in Hamm versammelt gehabt und weder die Maskenpflicht noch die Abstandsregeln eingehalten. Das wurde dem WA im Nachhinein von Beobachtern des Geschehens mitgeteilt. „Ich habe sofort auf dem Absatz wieder kehrt gemacht“, sagte beispielsweise ein Zeuge, der an jenem Vormittag das Grab seiner Eltern habe besuchen wollen. „Bussi hier und Bussi dort: Die haben sich an gar nichts gehalten.“ (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)
BürgermeisterMarc Herter (SPD)

Beerdigung auf Südenfriedhof in Hamm läuft aus dem Ruder

Er wandte sich an die Polizei, so wie zwei weitere Beobachter. Ja, man kenne den Vorgang, der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) sei verständigt und auf dem Weg zu dem Friedhof an der Werler Straße. Die Polizei Hamm rückte nicht aus – was auch nicht üblich gewesen wäre.

Tatsächlich war der KOD mit zwei Kräften vor Ort – schritt aber nicht ein. Wie Rechtsdezernent Jörg Mösgen am Donnerstagabend erklärte, sei der aus Remscheid stammende Bestatter auf die Ordnungskräfte zugegangen und habe mitgeteilt, dass die Trauerfeier in Kürze zu Ende sei. Er habe eine Liste mit 148 Namen von Trauergästen übergeben. Diese stammten aus allen Landesteilen; es handelte sich um eine Sinti/Roma-Trauergesellschaft.

Beerdigung in Hamm: „Vorwürfe der Bürger wohl berechtigt“

Um die Grabstätte herum seien zu dem Zeitpunkt lediglich – die in Hamm erlaubten – 25 Personen versammelt gewesen. Alle übrigen Trauergäste seien auf dem Friedhofsgelände oder der Straße verteilt gewesen, hätten Masken getragen und maximal zu Fünft beieinander gestanden. Insofern habe auch kein Grund bestanden, hier einzuschreiten. Dennoch sehe man die Veranstaltung mittlerweile kritisch. „Ich kann mir inzwischen gut vorstellen, dass die Vorwürfe der Hammer Bürgern berechtigt sind“, sagte Rechtsdezernent Jörg Mösgen. Vermutlich sei der KOD zu spät an der Stätte eingetroffen. Möglich auch, dass die Trauernden beim Anblick der KODler (sie sind uniformiert) reagierten, auseinandergingen und sich ihre Masken aufsetzten.

Wie auch immer: Mösgen kündigte an, dass der Vorgang – auch hinsichtlich einer Bußgeldsanktionierung – nun noch einmal überprüft werde. Sachdienliche Hinweise seien willkommen und würden vom KOD entgegen genommen, sagte der Rechtsdezernent. Wer am Samstag bei der Beerdigung in Hamm Verstöße gegen Coronabestimmungen beobachtet habe, solle sich beim KOD melden.

Aktuell stellt sich in Hamm die Frage, ob das Krematorium die Zahl der Toten noch verarbeiten kann. Anderswo gibt es nämlich längst Probleme.

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