Nach Bitte von Bürgermeister

Corona in Hamm: Keine Gebete in den Moscheen bis zum 31. Januar

Viel Platz beim Freitagsgebet In der Fatih-Camii-Moschee in Hamm-Pelkum.
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Viel Platz beim Freitagsgebet: In der Fatih-Camii-Moschee in Pelkum bringt bislang jeder Gläubige seinen eigenen Gebetsteppich mit und trägt Maske.

Die Hammer Moscheevereine verzichten bis zum 31. Januar auf Gebete in ihren Moscheen und werden die Räume schließen. Mit dieser Entscheidung entsprechen sie einer Bitte des Hammer Oberbürgermeisters.

Hamm – Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen bereits an diesem Freitag keine Freitagsgebete mehr in den Moscheen stattfinden. Die Verantwortlichen in den Moscheevereinen werden versuchen, alle Mitglieder zu erreichen und sie über die Schließung zu informieren. Oberbürgermeister Marc Herter hatte am Mittwoch die Vertreter aller Moscheevereine zu sich in das Rathaus eingeladen, um mit ihnen über die Situation zu sprechen, und ihnen vorzuschlagen auf die Gebete zu verzichten. „Ich bin überwältigt, dass meine Verzichtsbitte auf so großes Verständnis gestoßen ist“, sagte er gestern nach dem Gespräch. Herter: „Ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung.“ Die Moscheevereine hätten zugesichert, bereits am kommenden Freitag auf das Freitaggebet zu verzichten. Wenn dennoch einige Gläubige kämen, wolle man ein kurzes Gebet anbieten und über die Situation informieren.

Die Pandemie stellt die Moscheevereine vor große Herausforderungen. Die strengen Hygieneregeln beeinflussen den Charakter von Gebetsritualen – das verbindende Schulter-an-Schulter war bereits untersagt.

Gleichwohl ist die Ausübung der Religionsfreiheit ein hohes Gut und durch das Grundgesetz abgesichert. Zudem erlaubt der aktuelle Corona-Beschluss grundsätzlich das Feiern von Gottesdiensten und Gebeten unter bestimmten strengen Hygieneregeln. Unter diesen Vorzeichen hatte bereits vor Weihnachten die Evangelische Kirche in Westfalen ihren Gemeinden vorgeschlagen, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. In Hamm folgten die Gemeinden dieser Empfehlung, auch in vielen katholischen Kirchen fallen aktuell Gottesdienste aus. Nun verzichten auch die Moscheevereine auf ihre Gebete in den Moscheen. Bei dem Gespräch im Hammer Rathaus habe Herter nach eigenen Angaben rund 90 Prozent aller Moscheevereine erreicht. Als nächstes möchte der OB mit den verschiedenen freikirchlichen Gemeinden sprechen und auch sie bitten, auf ihre Gottesdienste zu verzichten.

Auch wenn in den Gebetsräumen der Moscheen strenge Hygieneregeln eingehalten wurden, so hatten sich doch nach den Gebetszeiten viele Menschen vor den Gebetshäusern getroffen – teils ohne Mund-Nasen-Schutz, berichten Anlieger.

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