Hammer Lehrlinge halten durch: Abbrecherquote unter Bundesschnitt

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Hamm - Jede vierte Berufsausbildung wird inzwischen laut aktuellen Berichten überregionaler Medien vom Lehrling oder dessen Ausbildungsbetrieb abgebrochen. Dies wäre der höchste Wert seit den 1990er Jahren. In Hamm wird dieser Trend nicht geteilt – zumindest was die Handwerksberufe angeht.

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Dortmund, zu dem auch Hamm zählt, lag die so genannte Lösungsquote im Jahr 2017 bei durchschnittlich 13,18 Prozent. Hierzu zählten auch Abbrüche im Rahmen der Probezeit. Wie die Kammer auf WA-Anfrage mitteilte, seien je nach Branche oder Gewerk stark schwankende Abbrecherquoten zu beobachten gewesen. 

Anlagenmechaniker, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie Kfz-Mechatroniker würden ihre Ausbildung beispielsweise häufig bis zur Abschlussprüfung durchziehen. Die Lösungsquote habe hier zwischen 9,6 und 11,5 Prozent betragen, also weniger als der Durchschnitt. Anders sieht es im Friseurhandwerk sowie bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk aus. Dort wurden im vergangenen Jahr 20 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst. 

Auszubildende mit geringerem Schulabschluss brechen eher ab

In Berufen mit vermeintlich geringerer Attraktivität, mit ungewöhnlicheren Arbeitszeiten (nachts, am Wochenende) oder Baustellenberufen komme es laut Handwerkskammer tendenziell häufiger zu einem Abbruch. Auch zeige die Erfahrung, dass Auszubildende mit geringerem Schulabschluss ihr Ausbildungsverhältnis eher als Lehrlinge mit mittlerem und höherem Schulabschluss abbrechen. 

Wer in einem stark besetzten Berufsfeld eine Lehre beginnt, löst das Ausbildungsverhältnis nach den Erfahrungen der Handwerkskammer eher als ein Lehrling, der einen seltenen Beruf erlernt. Grundsätzlich ist die Lösungsquote in Zeiten eines ausgeglichenen Ausbildungsmarktes höher. 

Von 2016 bis 2017 ist die Lösungsquote im Bezirk der HWK Dortmund um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Von 2013 bis 2016 ist die Quote hingegen leicht gesunken (von 14,6 auf 13,0 Prozent. Ein Zahlenwerk, das sich allein auf die Situation in Hamm bezieht, gibt es laut Handwerkskammer allerdings nicht.

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