Fragen und Antworten zur Situation in Hamm

(Keine) Abfahrts-Info in Echtzeit: Leitsystem für Busse verzögert sich

Die reale Abfahrt: Das System wie hier in Rhynern soll künftig überall das Busfahren erleichtern.
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Die reale Abfahrt: Das System wie hier in Rhynern soll künftig überall das Busfahren erleichtern.

Die Hammer Linienbusse kommen nicht planmäßig in der Zukunft an. Zumindest was die versprochenen Echtzeit-Informationen betrifft. Wir bringen Sie auf den aktuellen Stand.

Hamm - Jeder, der regelmäßig mit dem Bus fährt, kennt das: Man steht an der Haltestelle, wartet und fragt sich, wann genau der nächste Bus kommt. Ein Blick in die dort aufgehängten Übersichten oder in die Stadtwerke-App zeigt dabei nur an, wann die Busse planmäßig abfahren. Wann sie aber auf die Minute genau ankommen, soll in Hamm künftig an vielen Bushaltestellen per digitaler LED-Tafel angezeigt werden.

Die bereits zum Teil vorhandenen sogenannten Fahrgastinformationssysteme sollen dafür umgerüstet werden, wie die Stadtwerke bereits vor einigen Monaten angekündigt haben. Technische Probleme sorgen derzeit aber dafür, dass sich das Projekt mit den realen Abfahrtszeiten verzögert.

Die Antworten zu allen wichtigen Fragen zum Thema gibt es hier:

Worum genau geht es bei dem Projekt?

Grundsätzlich geht es um den Unterschied zwischen planmäßigen und realen Abfahrtszeiten der Busse im Liniensystem der Stadt Hamm. Bei den planmäßigen Abfahrtszeiten handelt es sich schlichtweg um die in den Busfahrplänen angegeben Abfahrtszeiten. Verspätungen oder Verzögerungen können allerdings zu Abweichungen von diesen planmäßigen Abfahrtszeiten führen, sodass nur die realen Abfahrtszeiten eine Sicherheit geben, wann exakt der nächste Bus abfährt. Per digitaler Anzeige an den entsprechend ausgerüsteten Bushaltestellen können alle, die mit einem Bus fahren, die Abfahrtszeiten auf die Minute genau erfahren. Diese dynamischen Fahrgastinformationssysteme gibt es vor allem in Großstädten.

Wie funktioniert das technisch?

„Grundlage für das dynamische Fahrgastinformationssystem ist die Informationsweitergabe der Fahrzeugbewegungen“, erklärt Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm. Dazu erhalte der zentrale Leitrechner – im Falle von Hamm die sogenannte „Datendrehscheibe“ in Gelsenkirchen – aktuelle Informationen aus den jeweiligen Bussen. „Diese Informationen können entweder die Fahrzeugposition oder aufbereitete prognostizierte Ankunfts- und Abfahrtzeiten beinhalten“, sagt die Unternehmenssprecherin. Der Datenaustausch geschehe dabei in der Regel über eine Funk-Datenübertragung vom jeweiligen Bus zum Leitrechner.

Cornelia Helm zum weiteren technischen Prozedere: „Diese Informationen werden dann vom Rechner an die entsprechenden Informationstafeln weitergegeben und angezeigt. Was sich so einfach anhört ist ein komplexer technischer Prozess.“ Gut ist aber, dass einige Bushaltestellen in Hamm bereits mit der notwendigen digitalen LED-Fahrgastinformation ausgestattet sind, die auch für das dynamische System benötigt werden.

Welche Vorteile bietet das neue System?

Bisher habe das Fahrpersonal seine Verspätungen individuell der Leitstelle mitteilen müssen, damit dort gegebenenfalls korrigierende Maßnahmen eingeleitet werden konnten. „Bei Echtzeit-Übertragung hat die Leitstelle permanent einen realen Überblick über die Pünktlichkeit der einzelnen Fahrzeuge“, so Cornelia Helm. Bei Echtzeit können aber auch die Fahrgäste besser planen, betont sie.

Welche Probleme gibt es bei der Umsetzung?

Technische Probleme bei der Umsetzung haben zuletzt für eine Verzögerung des Projektes gesorgt. Hintergrund sei, so die Stadtwerkesprecherin, dass die LED-Fahrgastinformationen an den Hammer Bushaltestellen von zwei unterschiedlichen Firmen sind. Aktuell verfügen 28 Bushaltestellen über solch ein digitales System, darunter sind 15 von der Firma Lumino, 13 von der Firma Axentia. „Ein paar Probleme bereitet die technische Zusammenführung der unterschiedlichen Systeme, zwei Anbieter und unsere eigenen Systeme. Da sind Schnittstellenprobleme quasi vorprogrammiert“, so die Sprecherin. Ungewöhnlich sei das aber nicht.

Wann geht’s denn nun endlich los?

Frühestens im Sommer könnte die Umstellung hin zum dynamischen System erfolgen – je nach Fortschritt des Projektes.

An wie vielen Bushaltestellen wird die reale Abfahrtszeit künftig zu sehen sein?

Zusätzlich zu den bereits bestehenden 28 digitalen Anzeigetafeln wollen die Stadtwerke in diesem Jahr weitere 15 LED-Fahrgastinformationssysteme der Firma Axentia an Hammer Bushaltestellen anbringen. Nach Unternehmensangaben sind in der Innenstadt „an hoch frequentierten Haltestellen große Anzeigen der Firma Lumino installiert. In den Stadtteilen befinden sich, alternativ zu den Lumino-Geräten, kleinere Anzeigen der Firma Axentia“. Als Standorte seien in Abstimmung mit der Stadt zunächst Haltestellen mit einer hohen Fahrgastfrequenz ausgesucht worden.

Wie viel Geld investieren die Stadtwerke Hamm in das Projekt?

Dazu Cornelia Helm: „Unsere gegenwärtigen Plankosten belaufen sich auf zirka 320.000 Euro. Für die Einrichtung dieser Systeme werden auch Fördergelder zur Verfügung gestellt. Zirka 190.000 Euro wurden uns bereits genehmigt.“

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