Kampf gegen Corona und für mehr Impfungen

2G-Gastro in Hamm? Wirte sprechen klare Tendenz aus

Masken und Gastronomie
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An die Maske haben sich die Hammer Gastro-Gänger längst gewöhnt, bei den künftigen Regeln gibt es noch viel Gesprächsbedarf. (Symbolbild)

Die meisten Gastronomen in Hamm sehen mit Sorge auf die kommenden Monate und die angekündigte Test- und Impfpflicht für Gaststättenbesuche; generell ausschließen wollen sie Ungeimpfte aber nicht.

Hamm - Kommt die Sonne raus, gehen die Hammer wieder aus. Nach Monaten des Lockdowns füllen sich Kneipen und Restaurants wieder, Plätze draußen sind dabei besonders begehrt. „3G“ lautet das Modell, das ab dem 23. August gelten soll und Hürden für den Restaurant- oder Kneipenbesuch vorsieht. Zugang zu den Innenräumen von Gaststätten soll es bei einer Inzidenz über 35 nur noch mit Impf- oder Genesungsnachweis oder mit Schnelltest geben. Letztere sollen ab dem 11. Oktober kostenpflichtig sein. So haben es Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten beschlossen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Gleichzeitig kommt das Modell „2G“ ins Spiel. Die Fußball-Bundesligisten wie Borussia Dortmund und der 1. FC Köln öffnen ihre Stadien nur noch für Geimpfte und Genesene – was durchaus auch als Anreiz verstanden werden kann, sich impfen zu lassen.

Aus Sicht der Hammer Gastronomie kommt die Diskussion über neue Einschränkungen zur Unzeit. Schließlich geht der Betrieb nach eineinhalb Jahren mit langen Lockdown-Phasen gerade erst wieder richtig los. Die Verunsicherung bei vielen Wirten ist spürbar; reden möchte nicht jeder. Auf eines können sich aber alle einigen: auf keinen Fall wieder einen Lockdown.

2G-Gastro in Hamm kein Thema: Viele Gäste noch vorsichtig

„Eine Katastrophe wäre das, wenn wir wieder zumachen müssten“, sagt Mehdi Shabani, der mit seinem Bruder Osman zusammen das „Heinrich“ im Heinrich-von-Kleist-Forum betreibt. Sein Stammpublikum sei zurückgekommen. Die 2G-Frage ist für ihn gar nicht so wichtig: Im Zweifelsfall seien die Gäste etwas älter und geimpft.

Den Aufschwung spürt auch Olaf Weber, der Pächter des „Alten Fährhauses“ im Kurpark. „Es füllt sich wieder“, sagt er. Aber die Gäste seien immer noch vorsichtig: „Alle wollen draußen sitzen“, sagt er. Schlechtes Wetter mache sich für ihn in der Kasse bemerkbar.

Die künftigen Zugangsregelungen würden wohl bedeuten, dass weniger Gäste kommen, sagt Weber. Trotzdem, „2G“ werde er von sich aus nicht einführen, Gäste mit Schnelltestbescheinigung weiter begrüßen. Er favorisiere das britische Modell, das zum Impfen ermuntert und auf die Eigenverantwortung der Menschen setzt. Sollte der Gesetzgeber „2G“ festlegen, werde das natürlich umgesetzt.

2G-Gastro in Hamm kein Thema: Hoffen auf Schub fürs Impfen

Andere messen dem Thema noch keine so große Bedeutung zu. „Wir müssen eben damit leben“, sagt „Stunikenhaus“-Pächter Daniel Voss. Etwas holprig sei der Betrieb nach der Zwangspause wieder angelaufen, doch mittlerweile sei es in der zweiten Wochenhälfte für Gäste schon schwer, noch einen Tisch zu bekommen. Vielleicht, sagt Voss, führe die Diskussion über 2G und 3G ja dazu, dass sich auch die letzten noch impfen lassen.

Auch Lars Reinhardt fragt sich, was der Herbst wohl bringen mag, freut sich aber erst mal darüber, dass das „Reinhardt‘s“ wieder gut läuft. Auch hier seien vor allem die Plätze draußen gefragt. Er führt die allgemein hohe Nachfrage auch darauf zurück, dass viele Hammer im Sommer in der Stadt geblieben sind.

2G-Gastro in Hamm kein Thema: Personal häufig abgewandert

Tatsächlich dürften die Einschränkungen die Restaurants weniger treffen als Cafés und Eckkneipen – ein Restaurantbesuch wird eben aufwendiger geplant als der kurze Stopp für einen Espresso oder die Verabredung zu einem Bier. Mit Sorge sieht man die Entwicklung beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). NRW-Geschäftsführer Kurt Wehner setzt auf „3G“, ohne weitere Schwellenwerte. Weitere Beschränkungen seien dann überflüssig, Clubs und Diskotheken könnten wieder öffnen, Hochzeiten wieder gefeiert werden.

Diese Festlichkeiten wünscht sich auch „Fährhaus“-Pächter Olaf Weber zurück. Mit Hochzeiten und Jubiläumsfeiern bestreitet ein Haus seiner Größe eben auch einen Teil seiner Einnahmen. Er muss allerdings noch ein Problem lösen: Ihm fehlt ganz einfach Personal. In vielen Betrieben waren Kellner und Köche aus der Kurzarbeit in andere Jobs gewechselt.

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