Einsätze in Bergkamen und im Rheinland

Hammer Feuerwehr leistet Hilfe in Unwetter-Orten - Lippe entspannt

Am Hauptbahnhof ist das Unwetterdrama auch in Hamm sicht- und spürbar.
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Am Hauptbahnhof ist das Unwetterdrama auch in Hamm sicht- und spürbar. Viele Züge haben Verspätung oder fahren erst gar nicht. (Das Foto entstand am Donnerstag gegen 9.20 Uhr.)

[Update] Am Tag nach der Extremwetterkatastrophe in weiten Teilen von NRW ist auch bei der Hammer Feuerwehr noch große Anspannung spürbar. Die Bilanz für die Stadt selbst ist erwartungsgemäß überaus glimpflich, doch das ist ja nicht alles.

Hamm - Nicht nur Hagen und der Märkische Kreis kämpfen mit chaotischen Folgen des Starkregens aus der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Das Drama rückte tatsächlich bis dicht an die westliche Stadtgrenze Hamms heran: Vor allem in Bönen und Bergkamen fuhren die Feuerwehren einen Einsatz nach dem nächsten. In Kamen starb ein 77-jähriger Mann, in Altena und Werdohl starben zwei Feuerwehrleute während des Einsatzes.

In Bergkamen leisteten rund 40 Kräfte der Feuerwehr Hamm in der vergangenen Nacht überörtliche Hilfe: Angefordert gegen 19.15 Uhr, waren sie dort bis 4.30 im Einsatz, so Feuerwehrsprecher Philipp Baumann in der Leitstelle an der Hafenstraße. Die Kräfte der Einsatzbereiche Hövel, Wiescherhöfen, Herringen, Westtünnen und Rhynern sowie der Einsatzleitdienst der Berufsfeuerwehr waren mit vier Löschfahrzeugen und einem Rüstwagen unterwegs, um bei der Bewältigung diverser Unwettereinsätze zu helfen.

Feuerwehr Hamm jederzeit für Einsätze bereit

Am Donnerstagmittag fuhren vier Rettungswagen und vier Krankentransportwagen in Begleitung des Einsatzführungsdiensts der Hammer Feuerwehr in den Rhein-Erft-Kreis. Angefordert wurden sie durch die Bezirksregierung. Die Lage in der Zielregion sei „dramatisch“, so Baumann. Die Hammer sollen dort für schnelle medizinische Hilfe und mögliche Evakuierungen parat stehen. Darüber hinaus leistet ein Hammer Feuerwehrmann in Leverkusen unterstützende Stabsarbeit.

Meiden Unwetter Hamm?

Immer wieder ziehen angekündigte Unwetter dann doch an Hamm vorbei. Ist unsere Stadt wirklich eine Wetter-Insel der Glückseligkeit? Ein DWD-Profi hat sich dieser Frage schon 2018 gestellt (hier klicken).

Sehr wahrscheinlich bleibt es trotz der Wetterberuhigung nicht bei dieser überschaubaren Bilanz. In der Leitstelle geht man davon aus, für weitere überörtliche Hilfe angefordert zu werden („Unsere Kräfte sind in Bereitschaft“). Man sei noch nicht über den Berg, die Lage sei vielerorts „statisch“: Vor allem der Druck übervoller Kanalisationssysteme könne sich immer wieder heftig entladen.

Unwetter in Bönen: Starke Regenfälle sorgen für vollgelaufene Keller

Unwetter in Bönen
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Unwetter in Bönen: Starke Regenfälle sorgen für vollgelaufene Keller

Weetfelder Straße gesperrt - Lippepegel entspannt

Für Hamm selbst werden keine weiteren nennenswerten Probleme erwartet. In der Stadt wurden insgesamt nur sechs witterungsbedingte Einsätze gefahren. Zumeist ging es um Wasser im Keller, zudem blieb die vollgelaufene Bahnunterführung der Weetfelder Straße von Mittwochnachmittag bis zum frühen Donnerstagmorgen gesperrt.

Für die Lippe besteht nach Angaben der Bezirksregierung derzeit (noch) keine Hochwassergefahr. Mehr noch: Die Pegelstände von Lippe und Ahse in Hamm lagen am Donnerstagvormittag im grünen und damit völlig unkritischen Bereich. Der Lippeverband rechnet allerdings damit, dass das Lippewasser langsam steigen wird. „Wellen aus dem Oberlaufen zeichnen sich von Hamm aus nun nach und nach an den Pegelständen der Lippe ab“, heißt es in einer Mitteilung. In den Auenbereichen bietet die Lippe allerdings wichtige Retentionsräume, um Hochwasserspitzen abpuffern zu können. Die Pumpwerke laufen auch in Hamm allerdings bereits unter Volllast.

Wer mit dem Zug von Hamm oder nach Hamm fahren muss, sollte sich dringend über die aktuellen Zeiten informieren, da sich auch der durch Unwetterfolgen gestörte Bahnverkehr erst langsam wieder normalisieren wird.

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