Hochschule Hamm-Lippstadt

HSHL-Präsident fällt hart durchs Vertrauens-Raster

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Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld (hier beim Semesterstart im Winter 2019 in Hamm) steht wegen seine Führungsstils in der Kritik.

Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld hat als Präsident der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) einen schweren Stand. Das jüngste Vorgehen des Hochschul-Senats legt das Problem schonungslos offen.

Von Eckhart Heienbrok

Lippstadt/Hamm – Vorbehaltlose Zustimmung sieht anders aus: Bei der Besetzung der Präsidenten-Stelle an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) zum 1. Mai 2021 hat der Senat der Hochschule nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Amtsinhaber Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld aufzufordern, für eine weitere sechsjährige Amtszeit zu kandidieren. Stattdessen ist die Stelle öffentlich ausgeschrieben worden.

Nach dem aktuellen Hochschulgesetz könne, so erläuterte HSHL-Sprecherin Johanna Bömken auf Anfrage, von der Durchführung des Findungsverfahrens abgesehen werden, sofern Senat und Hochschulrat den amtierenden Präsidenten auffordern, erneut zu kandidieren.

Der HSHL-Senat habe aber „zu Beginn des Jahres beschlossen, diese Möglichkeit nicht zu nutzen“. Zu den Beweggründen, warum die Stelle nun öffentlich ausgeschrieben wurde, sagte sie nichts. „Darüber möchten wir nicht spekulieren.“ Sie teilte mit, dass Zeppenfeld, der seit der Gründung der HSHL 2009 an deren Spitze steht, „beabsichtigt, sich zu bewerben“.

Zeppenfeld wegen des Führungsstils der Kritik

Zeppenfeld war im vergangenen Jahr wegen seines Führungsstils in die Kritik geraten. Bei einer Umfrage des Hochschullehrerbundes (hlb) NRW zu Themen wie „Führungsverhalten und Kooperation“ sowie „Wertschätzung“, „Unterstützung“ und „Gremienarbeit“ hatten ihm die Professoren ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Keiner der 45 von seinerzeit 105 in Lippstadt und Hamm lehrenden Professoren, die an der Befragung teilnahmen, hatte etwa die These unterstützt, dass der Präsident „für ein Klima der Offenheit und des Vertrauens“ sorge. Vielmehr lehnten 43 Befragte diese Aussage ab. 60 Prozent der Professoren signalisierten sogar Bereitschaft, die Hochschule zu verlassen.

Der Hochschullehrerbund kam seinerzeit zu dem Ergebnis, dass von Zeppenfeld „sogar ein belastetes oder gestörtes Verhältnis zu den Professorinnen und Professoren in Kauf genommen wird, um die eigene Vorstellung von ,Führung’ durchzusetzen“.

Kandidat mit Berufs- und Leitungserfahrung gesucht

Gesucht wird, wie es in der Stellenausschreibung heißt, nicht nur eine Person, die Leitungserfahrung im Hochschulbereich, Erfahrungen in Lehre und Forschung sowie möglichst Berufserfahrungen in der Wirtschaft hat. Gefragt sind ebenfalls „ausgeprägte Managementkompetenz“ sowie eine Führungspersönlichkeit und ein Kommunikationsstil, die sich auszeichnen durch eine „kooperative, dialogorientierte Zusammenarbeit und Wertschätzung der Gesprächspartner“. Bewerbungsschluss ist der 9. September, die Vorstellungsgespräche finden Anfang November statt.

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