Beliebtes Geschäft in Berge

Kein Nachfolger: Abschied vom Holzfachhandel Mönninghoff

Holz ist und bleibt sein Hobby – der Holzfachhandel in Hamm-Berge aber, den Josef Mönninghoff seit 40 Jahren mit seinem Bruder Hubertus führt, schließt
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Holz ist und bleibt sein Hobby – der Holzfachhandel aber, den Josef Mönninghoff (im Bild) seit 40 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Hubertus führt, wird schließen.

Mangels Nachfolger kommt nach 64 Jahren das Aus: Die Holzhandlung Mönninghoff am Langwanneweg in Berge bereitet den Schlussverkauf vor.

Berge – Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Name Mönninghoff in Hamm ganz eng mit dem Holzhandel verbunden. Denn schon seit 1957 gibt es das Familienunternehmen, das die Gebrüder Josef und Franz Mönninghoff auf dem früheren Gelände „Am Stadtbad 12“ gegründet hatten und das später nach Berge umzog. Doch wird es die gleichermaßen bei Profis wie Heimwerkern beliebte Holzhandlung in Zukunft nicht mehr geben. Nur noch bis Ende des Monats ist das Geschäft am Langewanneweg 213 regulär geöffnet, danach findet noch vom 1. bis 9. Juli ein Schlussverkauf werktags zwischen 9 und 13 Uhr statt.

Dabei hatten Josef und Hubertus Mönninghoff, die den Betrieb vor rund 40 Jahren von ihrem Vater Josef übernahmen, eigentlich gehofft, dass es auch nach ihrem Renteneintritt für den gut laufenden Holzfachhandel weitergeht. Doch: „Wir haben keinen Nachfolger gefunden“, erklärt der 68-jährige Josef Mönninghoff. Das Problem: Bewerber habe es einige gegeben, und einer davon sei sogar perfekt gewesen. „Die Verträge waren schon unterschriftsreif“, sagt Mönninghoff, der aber in letzter Sekunde noch eine Absage vom Kandidaten bekam.

Der potenzielle Nachfolger hatte offenbar Sorgen um eine mögliche Haftung, da er Geschäftsführer einer GmbH werden sollte. „Ich hätte ihn ja drei Jahre lang begleitet“, sagt Josef Mönninghoff, der mit der schon 2017 gestartete Suche nach einem Nachfolger wieder bei Null anfangen musste und die dann letztlich erfolglos blieb.

Schließung von Mönninghoff in Berge zeichnete sich ab

Das Aus für die „Gebrüder Mönninghoff GmbH“ hatte sich daher schon länger abgezeichnet, sodass sich im Laufe der Zeit auch die Mitarbeiterzahl reduziert hatte – von bis zu zehn in Spitzenzeiten auf noch vier im vergangenen Jahr. Dazu gehören neben den Brüdern Josef und Hubertus auch ein Senior, der nun endgültig in Rente gegangen ist, sowie der Auslieferungsfahrer, der einen neuen Job gefunden hat. Zu viert haben sie das vergangene Jahr gemeistert, das wegen Corona ein besonderes für die Baubranche war.

„Uns wurde die Bude eingerannt“, erzählt Josef Mönninghoff mit einem Lächeln. Schließlich hatten vor allem während des ersten Lockdowns viele Menschen Zeit und investierten sie in Bauprojekte zuhause. Corona hat sich aber auch dieses Jahr bemerkbar gemacht, als die Holzpreise regelrecht explodierten, weil China und die USA die Weltbestände aufgekauft hatten. „Jetzt ist es eskaliert“, sagt der 68-Jährige.

Mönninghoffs in Berge gehen in Rente

Seit einer Weile kümmert sich Josef Mönninghoff nun alleine um die Geschäfte, tagsüber an der Theke, nachmittags im Büro. Von der Beratung bei Schrauben, Werkzeugen bis hin zum Zuschnitt eines Holzes oder dem Beantworten von Angebotsanfragen per E-Mail oder Telefon: Der Diplom-Betriebswirt macht einfach alles. Was ihm besonders viel Spaß macht: „Der gute Draht zu den Kunden“, sagt er und zeigt auf eine E-Mail, in der sich ein Heimwerker für die tolle Zusammenarbeit bedankt und ganz viel lobende Worte für die Mönninghoffs über hat. „Zu 95 Prozent verstehen die Kunden es aber“, sagt er über das Aus für den Betrieb.

Die Holzhandlung habe er immer gerne und vor allem aus Überzeugung geführt. „Es gibt keinen schöneren Werkstoff als Holz“, sagt der 68-Jährige. Denn: „Jeder kann es bearbeiten – egal ob Profi oder Heimwerker.“ Doch so groß die Freude auf die anstehende verdiente Rente auch ist: „Ich werde dem Holz immer verbunden bleiben“, erklärt Mönninghoff – schon alleine deshalb, weil eines seiner Hobbys damit zu tun hat. Denn: Er hat eine große Sammlung an Werkzeugen, mit denen man den Baustoff bearbeiten kann – darunter Hobel und Sägen.

Mönninghoffs verkaufen Geschäft

Wie es jetzt weitergeht? Nach der Geschäftsabwicklung beginnt im September für Josef Mönninghoff ein neuer Lebensabschnitt. „Langeweile werde ich nicht haben“, betont er angesichts vieler Hobbys. Dass er nun dafür und vor allem für seine Ehefrau Zeit hat, freut ihn sehr. Denn: „Es gibt mehr im Leben als Kantholz“, sagt er mit einem Lächeln. Das Geschäft soll verkauft werden, wie es damit weiter geht, ist aber noch nicht beschlossen. Sein privates Areal hinter dem Holzhandel bleibt davon unberührt.

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