Ehemalige Zeche Heinrich Robert

Kein helles Licht bei der Nacht: Darum leuchtet der Weihnachtsbaum auf dem Hammerkopfturm nicht mehr

Riese aus Metall: Der Größenvergleich mit der weißen, etwas über zwei Meter hohen Tür zum Balkon macht die Dimension des Bergwerk-Baums deutlich.
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Riese aus Metall: Der Größenvergleich mit der weißen, etwas über zwei Meter hohen Tür zum Balkon macht die Dimension des Bergwerk-Baums deutlich.

Ein echtes Hammer Wahrzeichen fristet schon seit mehreren Jahren ein tristes Dasein. In diesem Jahr wurde alles versucht, den Weihnachtsbaum auf dem Hammerkopfturm wieder zu ertüchtigen. Wir haben nachgefragt, woran es gehapert hat.

Pelkum - Er war lange Zeit wohl das am weitesten sichtbare Zeichen in Pelkum und Herringen dafür, dass die Adventszeit begonnen hat. Über etliche Jahre leuchtete der rund sechs Meter hohe Weihnachtsbaum auf dem Hammerkopfturm der Zeche Heinrich Robert jede Nacht in der Vorweihnachtszeit. Der Turm samt Baum waren ein beliebtes Fotomotiv.

Vor zwei Jahren dann, lange nach dem Ende des Bergbau-Betriebs auf dem Gelände, blieben die Lämpchen erstmals aus. Schade, finden viele Anwohner und gründeten unter dem Motto „Licht an auf dem Hammerkopf“ extra eine Facebook-Initiative. Auch die Entwickler des „CreativReviers“ versuchten bis zuletzt, eine erhellende Lösung zu finden. Einzig: Die Zeit reichte in diesem Jahr nicht.

Alte Stromleitungen sind tot

„Nach und nach kam ein Fallstrick nach dem nächsten dazu, der es praktisch unmöglich gemacht hat, den Baum in dieser Adventszeit wieder zum Leuchten zu bringen“, erklärt Martin Löckmann. Er ist Geschäftsführer der Entwicklungsagentur.

Beim Abbruch der Bergbau-Infrastruktur seien wichtige Strom-Leitungen gekappt worden, die bis auf das 65 Meter hohe Dach des Hammerkopfturms führen. „Durch Vandalismus gab es ebenfalls Schäden. Wir müssen bei einer Elektrifizierung ausschließen, dass ungebetene Gäste zu Schaden kommen, sollten sie sich an den Kabeln zu schaffen machen“, sagt Löckmann.

Baum ein beliebtes Symbol für die Weihnachtszeit

Bezirksbürgermeister Axel Püttner hatte ebenfalls darauf gehofft, dass der Baum schon in diesem Jahr – auch als Zeichen der Revitalisierung von Heinrich Robert – wieder leuchtet. „Der Baum hat Tradition, die die Menschen im Umfeld sehr zu schätzen wissen. Sein Leuchten wurde in den vergangenen Jahren ein Stück weit vermisst“, berichtet er.

Für den Stromanschluss brachte Püttner eine Solar-Variante ins Spiel. Doch auch das klappt vorerst nicht. „Niemand weiß, wie stabil das Dach ist“, erläutert Löckmann.

Blickfang: Auch von Weitem ragt der Baum deutlich hervor.

Löckmann: „Da brauchst du Eier“

Das nächste Problem: Der Kipp-Mechanismus, der den Sechs-Meter-Baum „umlegt“, streikt. Selbst die Installation eines einfachen Lichtschlauchs als Übergangslösung sei daher nicht möglich.

„Jemand müsste da hoch und auf eine lange Leiter steigen. Der Baum steht direkt an der Kante des Turms und Sicherungspunkte gibt es da oben nicht. Das macht keiner. Oder wie Oliver Kahn es sagen würde: Da brauchst du Eier“, so Löckmann.

Hoffnung für Weihnachten 2021

Selbst wenn Höhenretter oder Feuerwehrleute gefunden würden, die sich die Mission „Licht an“ zutrauten, winkt Löckmann ab. „Dieses Risiko geht niemand von den Verantwortlichen ein. Auch die RAG wird da nicht mitspielen.“

Aufgegeben ist der Weihnachtbaum aber nicht. Löckmann und Püttner wollen sich im Frühjahr darum kümmern, dass der Baum pünktlich zum Advent 2021 zum Strahlen gebracht wird. „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten“, sagt Püttner.

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