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Vor dem Super-Finale: (Noch) kein Ansturm auf das Frauen-Trikot

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Markus Uhlig und Evelyn Szlapka mit dem DFB-Dress
Das Shirt der Siegerinnen? Markus Uhlig und Evelyn Szlapka halten das Trikot der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in ihren Händen. © Reiner Mroß/Digitalbild

England im Fußball-Fieber – und hier bei uns in Hamm? Durch ihren bisherigen Erfolg finden die Frauen zuhause immer mehr Anerkennung, so scheint es. Doch wird das Interesse auch „messbar“?

VON BENNET BRINKMANN

Hamm – Markus Uhlig, Inhaber des Sportgeschäfts Ballsportdirekt an der Nordstraße, bietet die volle Fußballausstattung an. In seinem Schaufenster präsentiert er passend zur EM auch das Auswärtstrikot der Damen. Uhlig meint, dass das Interesse am Frauenfußball in der Bevölkerung steige. Neben negativen Schlagzeilen über Corona oder den Ukraine-Krieg biete der Erfolg der Frauen eine willkommene Abwechslung. Ob das Interesse für Trikots größer werden würde, war für ihn lange nicht eindeutig. „Das war einfach nicht abzuschätzen“, sagt er – und sicherte sich vorab etwa 50 Trikots, um auf einen möglichen Hype vorbereitet zu sein.

Kaum neue Kunden durch EM-Siege der Fußball-Frauen

Bis jetzt hätten sich aber nur einige wenige Kunden nach den Trikots der Frauen erkundigt, meint Uhlig – darunter allerdings auch Männer. Seine Bilanz ist dennoch ernüchternd: „Durch das Turnier haben wir nicht wirklich viele Kunden dazu gewonnen.“

Frauen-Fußball: Akzeptanz im Jugendbereich schaffen

Doch woran liegt es? Begeisterung müsse man entfachen, sagt Uhlig. Das sei kein Selbstläufer – „es fängt schon im Jugendsport mit der Erziehung an“. Teilweise fände man in Amateurmannschaften überhaupt keine Akzeptanz für Frauensport. Man müsse Frauen mit in Entscheidungen einbeziehen und nicht nach Unterschieden suchen.

Grundsätzlich sei seiner Ansicht nach Fußball auch bei Mädchen und Frauen beliebt, bei Ballsportdirekt gebe bei es eine ordentliche Nachfrage nach Sportartikeln. Viele der Kundinnen spielten selbst Fußball. Für Uhlig gilt: „Wir dürfen uns nicht nur auf den Männerfußball konzentrieren und müssen versuchen mit dem Frauenfußball ein starkes zweites Standbein aufzustellen. Es ist gut, wenn Frauen die Auswahl haben.“ Preisliche Unterschiede unter anderem bei Trikots gäbe es dabei nicht. „Das ist aber auch ein gutes Zeichen“, sagt Evelyn Szlapka, Mitarbeiterin bei Ballsportdirekt und selbst Fußballerin. Es sei ein Beleg für die Gleichwertigkeit zwischen Frauen und Männern.

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