Graffiti-Dilemma in Bockum-Hövel

Unglaublich: Kaum gebaut, ist Schutzwand schon beschmiert

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Das ist das Ende kahler Wände: Kaum standen die ersten Lärmschutzwände am Heessener Bahnhof, waren sie auch schon mit Graffiti beschmiert.

Noch nicht fertig gebaut und schon beschmiert: Die neuen Lärmschutzwände auf Höhe des Heessener Bahnhofs sind Gegenstand der Tätigkeit illegaler Sprayer geworden. Zugleich entsteht der Eindruck, die 842 Meter lange Wand werde in den kommenden Tagen fertiggestellt.

Heessen – Nach Angaben einer Bahnsprecherin sollen die Arbeiten spätestens am 21. August abgeschlossen sein. Dann steht die Lärmschutzwand (SSW) Nummer fünf auf ihrer ganzen Länge, direkt im Anschluss daran würden die Arbeiten an der SSW 6 beginnen. Die steht ebenfalls nördlich der Strecke Hamm-Bielefeld, ist 414 Meter lang und wird zwischen Münsterstraße und Rastenburger Straße errichtet.

Der Aufbau der Wand wird am Heessener Bahnhof deutlich. Drei Meter hohe Pfeiler stehen fünf Meter auseinander. Zwischen zwei Pfeiler werden sechs Elemente übereinander mithilfe eines Krans heruntergelassen und eingefügt, natürlich ebenfalls fünf Meter lang. Und: Sie sind jeweils 50 Zentimeter hoch. Einen Abschluss oben gibt es nicht.

Die Farben der Elemente sind unterschiedlich, es geht von einem gedämpften Weiß über Gelb und Beige ins Dunkelbraun – von oben nach unten aufgezählt. Während des Planfeststellungsverfahrens könnte sich die Stadt die Farben aussuchen, sagt die Sprecherin der Bahn, ob das an dieser Stelle der Fall gewesen sei, könne sie nicht sagen.

Farben der Schallschutzwand zu langweilig?

Offenbar kamen die Farben der Schallschutzwand einigen Zeitgenossen zu langweilig vor. Unbekannte besprühten zwei Teilwände mit Tribals – das sei kriminell, so die Sprecherin. „Graffiti ist bei der Deutschen Bahn Schwerpunkt der Vandalismusdelikte“, sagt sie, „betroffen sind davon auch Lärmschutzwände.“ Da die Entfernung extrem aufwendig und kostenintensiv sei und Graffiti keine akustischen Auswirkungen auf das hochabsorbierende Lärmschutzelement haben, könnte die Bahn das nur in wenigen Fällen umsetzen. Aber: „Die Bahn erstattet grundsätzlich bei jedem Vandalismusdelikt Strafanzeige.“

Vier Schallschutzwände werden in Heessen an der Bahnlinie nach Bielefeld errichtet. Die SSW 3 und 4 werden auf der südlichen Seite der Bahnstrecke aufgebaut, allerdings frühestens im Jahr 2023. Die SSW 5 und 6 werden nördlich der Gleise stehen, sie sind derzeit in Arbeit. Sie sind eingebettet in ein Schallschutzkonzept für die ganze Stadt, der Titel: „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“. Insgesamt investiert der Bund in Hamm 7,3 Millionen Euro in den Bau von Schallschutzwänden. Darüber hinaus werden noch passive Schallschutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster oder -lüfter folgen. Verantwortlich für die Durchführung ist die Deutsche Bahn Netz AG.

Graffiti und die Bahn - ein teures Problem

Graffiti und Vandalismus verursachen große Schäden bei der Deutschen Bahn. Sie werden für das Jahr 2018 auf 38 Millionen Euro beziffert. Während Vandalismus leicht zurückging, stiegen die Schäden durch Graffiti um acht Prozent auf insgesamt 20 100 Fälle. Den Anstieg führt die Bahn allerdings auch auf die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften, häufigere Täterstellungen und konsequentere Anzeige bei der Polizei zurück. 2018 wurden mehr als 250 Sprayer auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben. Rassistische oder beleidigende Graffiti werden schnell entfernt, bei harmloseren wir den Tribals kann das Entfernen dauern, so eine Sprecherin der Bahn.

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