Studie soll Ergebnisse liefern

Kaufhof in Hamm und die Folgen: Von Umbau bis Abriss alles möglich

Seit der Kaufhof-Schließung im Oktober 2020 steht das riesige Gebäude im Herzen von Hamm leer.
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Seit der Kaufhof-Schließung im Oktober 2020 steht das riesige Gebäude im Herzen von Hamm leer.

Die ersten Pflöcke für eine Nachnutzung der ehemaligen Kaufhof-Flächen sind gesetzt. Welche Optionen – Umbau oder Abriss und Neubau – sich bieten und wie sie aussehen könnten, soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, die Eigentümer und Stadt Hamm gemeinsam auf den Weg gebracht haben.

Hamm – Zwei renommierte Büros arbeiten nun ergebnisoffen an Szenarien, die den Standort auf lange Sicht zukunftsfähig machen sollen. HPP Architekten (Düsseldorf) und die Beratungsexperten von bulwiengesa (Berlin) haben als Team den Zuschlag für die Studie erhalten.

Nach den Sommerferien sollen Ergebnisse zu den einzelnen Szenarien vorliegen, die dann Grundlage der weiteren Diskussion und Bewertung sind. Weil es sich um eine private Immobilie und privaten Grund handelt, ist der Rat der Stadt Hamm als politisches Entscheidungsgremium nicht eingebunden.

Alte Substanz als neuer Baustein der Innenstadt

Nach dem Aus für Kaufhof, werde jedes der zwei Szenarien durch drei Säulen getragen, machte Werner Sübai von HPP deutlich: Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Vielfalt und Wirtschaftlichkeit.

Szenario 1 widmet sich dem Umbau der bestehenden Immobilie. Was macht den Bestand aus? Wie prägt er die Identität des Ortes? Wie kann alte Substanz ein neuer Baustein für eine Innenstadt werden und den Anspruch an das Leben in der Stadt erfüllen?

Abriss: Gefahr von Identitätsverlust

Szenario 2 beschäftigt sich mit den Möglichkeiten eines Neubaus als ein zentraler Punkt in einem lebendigen Stadtquartier: die Architektur im Gesamtgefüge, Funktionalität und mögliche Nutzung, aber – so machte es Sübai in einer Online-Pressekonferenz deutlich – auch verbunden mit möglichem Identitätsverlust des Ortes.

Es gehe hier nicht um Utopien oder das schnelle Drehen einer Immobilie, sagte Sübai, aber umgekehrt auch nicht auch nicht um reine Marktfähigkeit. „Die Herausforderung liegt für mich darin, Innenstädte zukunftsfähig zu machen“, so Sübai. „Auf der grünen Wiese etwas zu bauen, ist einfach. Aber etwas Nachhaltiges ins innerstädtische Netz einzuweben, ist viel anspruchsvoller.“

„Was ist in Zukunft tragfähig“

Damit Städtebau, Architektur, Nutzung und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen, sind die Experten von bulwiengesa mit an Bord. Aufgabe von Dr. Joseph Frechen und seinem Team ist es unter anderem, Marktpotenziale für den Standort zu analysieren, zum Beispiel für Wohnraum oder Büroflächen, und abzuschätzen, „was in Zukunft tragfähig ist“. Zusammen mit den Einschätzungen und Ideen der Architekten wird daraus ein Gesamtkonzept, das später als Entscheidungsgrundlage dient.

Die Entscheidung werden letztlich die Eigentümer treffen müssen. Deren Vertreter Dr. Stephan König sagte: „Wir sind jetzt am Anfang einer Reise. Wir haben mit der Machbarkeitsstudie einen sehr guten Modus gefunden.“ Absichten, sich von der Immobilie zu trennen, habe es nicht gegeben. Man sei dem Standort seit Jahrzehnten treu und diese Tradition verbinde.

Detaillierte Darstellung der Möglichkeiten

Wenn das Team in gut vier Monaten seine möglichen Szenarien für den Ex-Kaufhof auf den Tisch legt, werden diese schon recht detailliert ausfallen: Zeichnungen im Maßstab 1:200, Flächenaufstellungen, umliegende Flächen, Bilder und Kostenschätzungen gehören dazu und müssen dann diskutiert und bewertet werden.

Stadtbaurat Andreas Mentz erklärte, die Stadt werde im Rahmen ihrer Zuständigkeit passende gestalterische Antworten im öffentlichen Raum geben.

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