Ideenbörse für Nachnutzung eröffnet

Kaufhof: Bloß nicht wie einst bei Horten - OB drückt aufs Gas

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Nicht mehr lange wird der Kaufhof in Hamm zum Stöbern und Kaufen geöffnet sein. Er wird eine Fläche hinterlassen, die zu wichtig ist, um nicht vernünftig neu durchdacht zu werden.

Eine Woche nach der angekündigten Schließung des Kaufhofs an der Bahnhofstraße wird im Hammer Rathaus intensiv an einer Nachnutzung des Areals gearbeitet. Erste Gespräche hat es inzwischen mit den Eigentümern der Immobilie gegeben, sie sollen in dieser Woche fortgesetzt werden.

Hamm – Derzeit haben weder die Vermieter noch die Stadt Hamm eine offizielle Nachricht aus der Konzern-Zentrale erhalten. Gleichwohl gehen beide von einem Ende der Kaufhof-Ära in Hamm aus. Zum Ende des Jahres würde der Mietvertrag ohnehin auslaufen, den Hammer Mitarbeitern wurde seitens der Geschäftsführung der 31. Oktober als Schließungstag genannt. „Wir gehen davon aus, dass die Lichter bald ausgehen und arbeiten an einer Lösung für das Quartier“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann auf WA-Nachfrage.

Angesichts der drohenden Schließung drückt der OB aufs Gas. Im ersten Quartal 2021 solle feststehen, was mit der Kaufhof-Immobilie passiert und in welcher Form eine Nachnutzung realisiert werden kann. Mehrere Varianten seien vorstellbar, sagte der Oberbürgermeister. Sie reichen von einem Investorenwettbewerb, den die Immobilien-Eigentümer ausschreiben müssten, bis zu der Idee, dass die Stadt Hamm die Immobilie erwirbt, entwickelt und wieder verkauft. Allerdings könne die Stadt Hamm das finanziell nicht alleine stemmen. Daher hat Hunsteger-Petermann mit Freude auf die Nachricht reagiert, dass die Landesregierung betroffenen Kommunen Hilfen zugesagt hat.

Über das Corona-Konjunkturprogramm hinaus kündigte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) 70 Millionen Euro zur Stärkung der Zentren an. Von diesem Sofortprogramm will Hunsteger-Petermann ebenfalls profitieren. Wie hoch der Zuschuss für die Stadt Hamm ausfällt, steht noch nicht fest. Anfang Juli soll ein Gespräch zwischen den von einer Karstadt/Kaufhof-Schließung betroffenen Stadtoberhäuptern im Düsseldorfer Kommunalministerium stattfinden.

Aus für Kaufhof in Hamm: Abriss hätte besonderen Reiz

Einen langen Leerstand könne der Bereich jedenfalls nicht gebrauchen. Hunsteger denkt noch mit Magenschmerzen an den langen Leerstand des Horten-Kaufhauses. „So etwas darf hier nicht passieren“, sagte er. Einen genauen Zeitplan zu benennen sei allerdings unredlich.

Ob das Kaufhof-Gebäude nun abgerissen oder neu entwickelt wird, würden die kommenden Gespräche mit den Eigentümern zeigen. Das Land NRW, so habe er inzwischen herausgefunden, würde sich auch an eventuellen Abrisskosten beteiligen. Ohnehin habe ein Abriss des Gebäudes seinen besonderen Reiz.

In den vergangenen Jahren habe der Bereich der Bahnhofsstraße ein komplett neues Gesicht erhalten und entwickelt sich weiter. Hunsteger erinnert an das Heinrich-von-Kleist-Forum und die Stadtbücherei. Aktuell wird auf der ehemaligen „Kipp’n- in“-Fläche seniorengerechtes Wohnen entwickelt, auf dem Ter-Veen-Gelände soll ein Hotel gebaut werden, und auf der Rückseite des B&B-Hotels läuft der Wettbewerb für einen Büro- und Wohnkomplex.

Aus für Kaufhof in Hamm: Menschen zum Wohnen holen

Schon lange ist die Bahnhofsstraße nicht mehr Hamms erste Einkaufsadresse. Das war zu den Zeiten von Horten, C&A, Ter Veen und Kaufhof noch anders. Inzwischen hat sich die Einkaufsachse Richtung Osten verlagert. Daher sehen die Stadtplaner im Hammer Rathaus auf Dauer auch keinen großen Einzelhandelsflächen in dem Bahnhofsquartier vor.

Im Rathaus werden für das Kaufhof-Areal die Bereiche „Bildung“, „Kultur“ und „städtischen Wohnen“ favorisiert. „Darauf sollten wir unsere Energien lenken“, sagte der Oberbürgermeister. Indem solche Angebote geschaffen würden, könnte die Innenstadt mit Leben gefüllt werden. „Wir müssen alles versuchen, die Menschen wieder zum Wohnen in die Innenstadt zu holen“, sagte er. Mit dem Museumsquartier sei das schon gelungen.

Hunsteger ist sich sicher, dass das auch an der Bahnhofsstraße funktionieren kann. Die ersten Gespräche mit den Immobilien-Eigentümern seien jedenfalls fruchtbar verlaufen. Sie hätten ebenfalls ein reges Interesse daran, den Bereich vernünftig und nachhaltig zu überplanen. Die kommenden Wochen würden Klarheit über den weiteren Weg zeigen. Das Ziel ist klar: Zu Beginn des kommenden Jahres soll die Richtung feststehen.

Verborgene Orte Kaufhof Müller-Hamm

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