Kaufhof-Aus: Bloß "kein zweites Horten-Szenario" in Hamm

+
Die unschöne Erinnerung: Die Entwicklung des damaligen Horten-Gebäudes zog sich über Jahre hin. Das soll sich in dieser Form nicht wiedeholen.

Dem Aus für den Kaufhof in Hamm soll möglichst kein zweites Horten-Szenario folgen. Der Oberbürgermeister will eine schnelle Lösung; die Ideenschmiede dafür läuft längst heiß.

Hamm – Das Aus des Kaufhofs ist besiegelt, die Frage nach der Nachnutzung des Gebäudes steht im Raum. Die Entwicklung in der Bahnhofstraße geht nach der TerVeen-Schließung, dem Kipp’n In-Abriss und dem Herlitz-Aus mit atemberaubender Geschwindigkeit voran. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann will keine Zeit verstreichen lassen, um eine Lösung für den Kaufhof-Standort zu finden.

„Wir müssen jetzt schnell in Gespräche mit dem Eigentümer kommen“, sagte Hunsteger-Petermann. „Ein zweites Horten-Szenario darf es hier nicht geben.“ Die Horten-Ära endete 2002, dann folgte das türkische Kaufhaus Yimpas als Intermezzo bis 2005, der Verfall zum 1-Euro-Shop, der Abriss und schließlich 2010 die Eröffnung des Heinrich-von-Kleist-Forums. Die Stadt hatte in den Markt eingegriffen und damals sowohl das alte Horten-Gebäude und die Kaufhalle für 4,2 Millionen erworben, um Stadtentwicklung zu steuern.

Darin soll jetzt nach Willen des OB die Eigentümergesellschaft der Kaufhof-Immobilie eingebunden werden. Einen großflächigen Einzelhandel hält Hunsteger-Petermann dabei für ausgeschlossen. Wohnen, Büros und Kultur könnte für ihn der Mix der Zukunft lauten. „Es ist eine offene Diskussion. Wir müssen immer vor Augen haben, dass es sich um Privateigentum handelt“, so der OB.

"Alles dafür tun, dass das Objekt bespielt werden kann"

„In der Übergangszeit des Leerstandes werden wir als Stadt alles dafür tun, dass das Objekt bespielt werden kann“, so Hunsteger-Petermann. Mit Blick auf das gesamte Quartier werde die Verwaltung einen Antrag auf Förderung für einen Quartiersmanager beim NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung stellen.

SPD-Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeisterkandidat Marc Herter betonte, es gehe um weit mehr als eine Immobilie. Die Schließung des Kaufhofs sei ein Symptom für eine Innenstadt, die sich im Überlebenskampf befinde. „Wir brauchen einen echten Neustart für eine lebendige Innenstadt“, so Herter. „Dabei werden Wohnen, Büros und Kultur, Erleben, Sport und Freizeit mehr Raum einnehmen müssen als bisher.“ Hamm brauche aber dringend auch ein „aktives Citymanagement“, das sich im Zusammenspiel mit Einzelhändlern und Immobilienbesitzern um die Entwicklung des Einzelhandelsbesatzes kümmere. Für den Kaufhof-Standort sei die erste Frage nicht, ob Abriss oder Erhalt, sondern die nach Nutzungskonzepten, die zum Standort passten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare