Corona-Regeln

„Katastrophe“: Hammer Händler von Lockdown geschockt - scharfe Kritik an schlechtem Krisenmanager Laschet

Maske auf: In der Fußgängerzone Hamm halten sich  diese Figuren an das Gebot für den Mund-Nasen-Schutz.
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Maske auf: In der Fußgängerzone halten sich auch diese Figuren an das Gebot, an engen Stellen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Angesichts steigender Infektionszahlen steht auch der Handel in Hamm vor einem erneuten Lockdown.

Hamm - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) drängt darauf, den Handel jetzt „schnellstmöglich“ bis zum 10. Januar zu schließen. Hamsterkäufe und überfüllte Läden in der Zeit davor müssten ausgeschlossen werden, sagte er am Freitag in Düsseldorf. (News zum Coronavirus in Hamm.)

Für den Einzelhandel in Hamm hätte es dramatische Folgen, sollten die bisher geltenden Regeln des Teil-Lockdown verschärft werden. Da ist sich Matthias Grabitz, der Sprecher des Hammer Einzelhandels, sicher. Eine solche Schließung sei eine Katastrophe in einem ohnehin schon sehr schlechten Jahr.

Kommende Wochen extrem wichtig

Der Handel lebe von dem Weihnachtsgeschäft und auch von den Wochen kurz nach dem Fest. „In den letzten und den ersten Wochen eines Jahres schafft beispielsweise der Textilhandel die Liquidität, um die neue Frühjahrsware zu bestellen“, so Grabitz. Könne jetzt kein Umsatz gemacht werden, dann wirke sich das auch auf das Frühjahrsgeschäft aus.

Eine angeordnete Geschäftsschließung müsse er akzeptieren. Er gebe aber zu bedenken, dass der Handel kein Infektionshotspot sei. „Die Branche hat in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich bewiesen, dass sicheres Einkaufen unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsvorschriften auch in Zeiten der Pandemie möglich ist“, sagte er am Freitag.

Einzelhändlern steht Wasser bis zum Hals

Komme es wirklich zu einer Schließung, dann müssten staatliche Hilfsprogramme für die Ausfälle einspringen. Vielen Einzelhändlern stünde das Wasser bis zum Hals. Ohne Hilfen käme dann fast kein Händler mehr über die Runden.

Grabitz kritisiert aber auch die zurückhaltende, wenig konkrete Haltung von Ministerpräsident Armin Laschet. „Herr Laschet führt uns augenblicklich schlecht durch die Krise“, sagt er auf WA-Nachfrage. Seit zwei Wochen schwebe die Schließung des Einzelhandles wie ein Damoklesschwert über den Händlern.

Grabitz: „Ungewissheit ist das Schlimmste“

Grabitz: „Die Ungewissheit ist derzeit das Schlimmste. Seit zwei Wochen warte ich auf eine Entscheidung, es gibt aber nichts klares.“ Laschet rede viel im Konjunktiv und spreche von müsse und solle. Grabitz: „Der Ministerpräsident soll handeln und entscheiden. Dafür ist er gewählt worden.“

Auch wenn es schließlich bedeute, dass die Türen der Geschäfte schließen müssten. Das wäre zwar ein harter Schlag, aber die Ungewissheit sei schlimmer: für ihn, seine Mitarbeiter und viele Kunden.

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