Sportanlage des TuS 1859 Hamm am Birkenfeld

„Katastrophale“ Zustände: TuS 59 soll Kunstrasenplatz bekommen

Zwei große Naturrasenspielfelder und einen Mini-Kunstrasenplatz haben die Fußballer des TuS 1859 Hamm am Birkenfeld in Braam-Ostwennemar
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Zu viele Fußballer für den Naturrasen: Zwei große Naturrasenspielfelder und einen Mini-Kunstrasenplatz haben die TuS-Fußballer am Birkenfeld. Trainiert wird vor allem auf dem nördlichen, mittleren Feld. Es ist oft nicht bespielbar.

So mancher Fußballer hat schon schmerzhafte Erfahrungen mit einem der Naturrasenplätze des TuS 59 sammeln müssen. Auf Dauer hilft nur eines: Ein neues Fußballfeld muss her. Ein Kunstrasenplatz soll es sein.

Braam-Ostwennemar – Der Mähroboter hinterlässt ein trügerisches Bild: Das Grün des nördlichen Rasenplatzes auf der Anlage des TuS 1859 Hamm wirkt tadellos. Während der Corona-Zeit hat der Rasen sich erholt. Doch nach der Wiederaufnahme des Trainings und den ersten regennassen Herbsttagen wird das schnell anders aussehen.

Dass der Platz nicht mehr in Ordnung ist, hat so mancher Spieler in der Vergangenheit schmerzvoll erfahren – damit das nicht mehr passiert, soll ein Kunstrasenplatz her. Dafür gab die Bezirksvertretung Uentrop nun grünes Licht. Der Hauptausschuss hat am 13. September darüber zu beschließen.

Naturrasenplatz für den TuS am Birkenfeld

Wenn sich Bernhard Fabera an das Spielfeld vor der Corona-Zeit erinnert, fällt ihm nur die Zustandsbeschreibung „katastrophal“ ein. Die Stadt habe in der Zwischenzeit viel am Rasenplatz gemacht, deshalb gehe es jetzt, sagt der Fußballabteilungsleiter, aber: „Im Herbst und Frühjahr wird er mehr gesperrt sein als bespielt.“

Das schöne Grün des Rasens ist nicht von langer Dauer: TuS-Geschäftsführerin Tina Wilke sowie Fußballabteilungsleiter Bernhard Fabera (links) und sein Stellvertreter Uli Hornig verweisen auf den schlechten Zustand des Naturrasenplatzes.

Die Fußballer nutzen vor allem den nördlichen der zwei großen Plätze für das Training. Acht Jugend-, zwei Senioren- und vier Alte Herren-Mannschaften hat der TuS derzeit, insgesamt rund 300 Mitglieder, davon die Hälfte Kinder und Jugendliche. Die hinterlassen zwangsläufig Spuren auf dem nur langsam abtrocknenden Untergrund. Zu viele Spuren für einen Naturrasenplatz.

Trainingsausfall für TuS-Fußballer in Braam-Ostwennemar

Im Sommer können sie noch das südliche Feld nutzen, auf dem eigentlich die Spiele stattfinden. Der Boden ist sandiger und nicht so problematisch. Der Platz ist aber ab Herbst wegen der früh einbrechenden Dunkelheit kaum bespielbar. Flutlicht hat nur die nördliche Anlage. Daneben ist noch ein Mini-Kunstrasenplatz. Der ist aber schnell zu klein.

Die Folgen: Trainingszeiten müssen unter Umständen verkürzt werden, damit alle Mannschaften zum Zuge kommen. „Training ist auch oft ausgefallen“, sagt Fabera über die Vor-Corona-Zeit – zum Unmut der Spieler.

Bedarf für Kunstrasenplatz am Birkenfeld

Vor etwa drei Jahren nahm der TuS erste konkrete Gespräche mit der Stadtverwaltung über einen Kunstrasenplatz auf. „Wir mussten keine Überzeugungsarbeit leisten“, sagt TuS-Geschäftsführerin Tina Wilke.

Die Stadtverwaltung kam zu dem Ergebnis, dass die Sicherung des Trainings- und Wettkampfbetriebs aufgrund der beschränkten Bespielbarkeit der Naturrasenplätze im Winter, durch unterschiedliche Wetterlagen, nicht ausreichend gewährleistet sei. So heißt es in der Beschlussvorlage für die Politik. Der Bedarf hatte sich schon vor der Vereinsfusion mit dem SC Arminia 07 Hamm 2014 abgezeichnet. Der TuS 1859 – mit 2800 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein Hamms – brauchte eine Zeit, bis er das Thema anging. Beim VfL Mark zum Beispiel war das nicht anders.

Finanzierung für Kunstrasenplatz am Birkenfeld

Die Vorfreude auf einen Kunstrasenplatz ist verständlicherweise groß. Doch bis zur Umsetzung ist noch viel zu erledigen. Zunächst müssen die politischen Gremien in diesem Monat die Investition beschließen. Die Verwaltung geht von rund 750.000 Euro aus. Die Kosten werden hälftig geteilt. Die Stadt hat ihre 375.000 Euro bereits für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 eingeplant.

Der TuS hat seinerseits Vorbereitungen getroffen. „Wir werden ein Darlehen aufnehmen“, sagt Wilke. Die Rückzahlung soll vor allem über eine Zusatzpauschale erfolgen. Die haben die rund 300 Mitglieder der Fußballabteilung zu zahlen, jahrgangsweise gestaffelt. Die Höhe der Pauschale stehe noch nicht fest und sei abhängig von den Konditionen für den Kredit, sagt die Geschäftsführerin. Zu klären ist, welche Maßnahmen der Verein allein finanzieren muss oder sollte, wie etwa eine Erweiterung der Flutlichtanlage und die Umrüstung auf energiesparende LED-Technik. Der TuS hofft dabei auf Fördergelder.

Zeitplan für Kunstrasenplatz am Birkenfeld

Wie lange der TuS noch auf seinen Kunstrasenplatz warten muss, ist schwer zu sagen. Nach dem Beschluss des Hauptausschusses soll die Verwaltung alle Arbeitsschritte so weit vorbereiten, dass das Vergabeverfahren kurzfristig begonnen werden kann, einschließlich der Einschaltung eines Planungsbüros für weitere Leistungen.

Laut Beschlussvorlage ist von einer Gesamtbauzeit von circa neun Monaten auszugehen – bei „optimaler Witterung“.

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