Prozess begonnen

Kat-Diebe aus Hamm: Scharfe Ansprache an Bandenmitglieder

Katalysatoren gestohlen? In Dortmund begann der Prozess gegen einen 47-Jährigen.
+
Katalysatoren gestohlen? In Dortmund begann der Prozess gegen einen 47-Jährigen (rechts).

Platin, Palladium und Rhodium sind wertvolle Rohstoffe. Bis vor Kurzem steckten diese Edelmetalle in nahezu allen Auto-Katalysatoren. Aktuell müssen sich drei Männer aus Hamm vor dem Dortmunder Landgericht verantworten, die das genutzt haben sollen.

Dortmund/ Hamm – Die 25, 31 und 47 Jahre alten Angeklagten aus Hamm sollen laut Staatsanwaltschaft Mitglieder einer Diebesbande gewesen sein, die sich auf den Diebstahl von Katalysatoren aus Autos spezialisiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hat 56 Einzeltaten aufgelistet, bei denen sie sicher ist, dass die Männer ihre Finger im Spiel hatten.

Von Hamm aus sollen sie spätestens ab Juni 2020 regelmäßig durch Deutschland gefahren sein, um nach älteren Modellen mit für sie besonders interessanten gebrauchten Katalysatoren Ausschau zu halten. Die Anklage nennt vor allem den Opel Zafira und den VW Polo.

Vor Ort wartete die Bande offenbar, bis es dunkel wurde. Dann wurden die Fahrzeuge mithilfe von Wagenhebern aufgebockt und von unten ihres Katalysators beraubt. Das soll nur wenige Minuten gedauert haben. Als Tatorte nennt die Anklageschrift Dortmund und Heidelberg, Mannheim, Berlin, Potsdam und Cottbus. Die gestohlenen Katalysatoren sollen sie in Hamburg bei einem Abnehmer losgeworden sein. Je nach Modell waren pro Stück bis zu 800 Euro drin, sagt die Staatsanwaltschaft.

Kat-Bande aus Hamm: Strafen könnten hoch ausfallen

Ob die Angeklagten die Vorwürfe zugeben oder im Prozess schweigen, steht nicht fest. Die Verteidiger wollen dies besprechen. Der Vorsitzende Richter Alexander Donschen wies die Beteiligten zum Prozessstart darauf hin, dass es auch die Möglichkeit einer Absprache mit dem Gericht gebe.

„Solche Verständigungen schließen wir durchaus ab“, sagte der Richter, stellte aber gleich klar: „Dieses Angebot machen wir nur ein einziges Mal. Entweder wird es angenommen, oder wir müssen den Prozess hier komplett durchziehen. Dann soll sich am Ende aber auch keiner wundern, wenn die Strafen plötzlich sehr hoch ausfallen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare