Video und Liedtext des Kult-Hits von Franz Johann hier online!

„Komm’se mal nach Hamm“ wird 40: Ein Gassenhauer nicht nur beim ASV!

Hamm - Mit Bier und "hübschen Mägdelein": Das Lied „Komm’se mal nach Hamm“ von Franz Johann aus Wiescherhöfen wurde vor 40 Jahren zum großen Karnevals-Hit. Auch heute ist an mancher Stelle immer wieder zu hören - ein echter Ohrwum. Wir haben den Karnevals-Senior getroffen. Video und Liedtext gibt's im Artikel!

Eine Zeitung nannte ihn einmal „Die Stimmungskanone Westfalens“. Und als solche landete Franz Johann 1978 einen echten Karnevalshit, der auch außerhalb Hamms gespielt wurde. 40 Jahre später ist sein „Komm’se mal, komm’se mal, komm’s mal nach Hamm“ noch in vieler Leute Ohren – zumindest bei den Fans der Handballer vom ASV Hamm. Denn der Gassenhauer mit der einprägsamen Melodie wird regelmäßig bei deren Heimspielen in der Westpress-Arena gespielt.

Den Wiescherhöfener erfüllt es mit Stolz, dass 40 Jahre nach Veröffentlichung der Single sein Hit nicht in Vergessenheit geraten ist. „Sogar auf Youtube wurde er in den letzten Monaten über 6200-mal angeklickt“, erzählt der 71-Jährige.

Johann wurde einst von den Ober-Narren der HKG quasi entdeckt und tingelte als Stimmungssänger von Karnevalsfeier zu Karnevalsfeier

Franz Johann in seiner "großen Zeit" - hier 1978.

Er sei nicht nur auf den zahlreichen Veranstaltungen der HKG aufgetreten, sondern auch bei der KG „Grün-Weiß“ im Westenschützenhof, den „Blauen Funken“ bei Drees-Tannenwald und außerhalb Hamms, zum Beispiel vor etwa 1000 Narren in Menden.

Dass er später mal eine „richtige“ Schallplatte aufnehmen würde, konnte der „Mann in der roten Samtjacke“ zu Beginn seiner Karriere freilich nicht ahnen. Die 70er näherten sich schon ihrem Ende, als der damalige Oberbürgermeister Dr. Günter Rinsche die Hammer dazu aufrief, ein Lied über Hamm zu schreiben. Franz Johann erinnerte sich an Willi Hellwig aus Bockum-Hövel, aus dessen Feder „Komm’se mal nach Hamm“ stammt. „Und er hatte nichts dagegen, dass ich es weiterreiche und singe.“

Nur als Singe-B-Seite veröffentlicht

"Nur" als B-Seite wurde das Lied einst veröffentlicht.

Den Verantwortlichen bei der Stadt gefiel das Lied so gut, dass eine Platte daraus gemacht wurde – allerdings „nur“ auf einer B-Seite. Aufgenommen habe er seine Version von „Komm’se mal nach Hamm“ im November 1977 in einem Tonstudio in Kamen. „Zusammen mit der jungen Band ,Ascona’ aus Ahlen“, erzählt Johann. Wenige Wochen später, bei der Galasitzung der HKG im Februar 1978 im Kurhaus, habe er das Lied erstmals live gesungen. „Und es kam richtig gut.“

Offizielle Herausgeber der Single waren übrigens der damalige Stadtdirektor Dr. Walter Fiehe und das Verkehrsamt der Stadt. Wie oft sie verkauft wurde, kann Johann nicht sagen. Er selbst aber habe mehr als 1000 Exemplare unters Volk gebracht. „Ich habe die Single unter anderem nach Kanada, Australien sowie nach Texas in die USA verkauft. Eine Single hat fünf Mark gekostet.“

Franz Johann im Gespräch mit WA-Redakteuer Stefan Gehre.

Aber nicht nur dort wurde „Komm’se mal nach Hamm“ gehört. Eines nachts, so erzählt Johann, habe er einen Anruf erhalten, dass sein Lied in einer Musikbox in den Niederlanden gespielt worden sei. „Und auch eine Musikbox in Berlin hatte es in ihrem Repertoire.“

Wie oft Johann den Gassenhauer gesungen hat, weiß er nicht mehr. Allzu viele Auftritte waren es aber nicht mehr, denn um mehr Zeit für seine beiden Kinder zu haben, hing der frühere Chef-Wagenbauer der HKG seine Gesangskarriere um 1980 an den Nagel.

Ob er sich 40 Jahre nach der Premiere vorstellen kann, „Komm’se mal nach Hamm“ noch einmal öffentlich zu singen? „Warum nicht?“, sagt Johann mit einem gewissen Funkeln in den Augen. Das Halb-Playback sei noch vorhanden....

Der Liedtext zum Mitsingen:

Ja am Rhein da wachsen überall die Reben

Doch wir können hier auch ohne Trauben leben

Denn bei uns gibt man nicht viel um so ein Wein

Dafür haben wir in Hamm zwei Brauerei’n

Dafür haben wir in Hamm zwei Brauerei’n

Komm’se mal, komm’se mal, komm’se mal nach Hamm,

sehn’se sich, sehn’se sich unsre Stadt mal an,

warum denn immer Düsseldorf und Köln die Stadt am Rhein,

ein jeder muss doch mal, in Hamm gewesen sein,

komm’se mal, komm’ se mal und bleiben sie gleich hier,

hier trinkt man wenig Wein doch sehr viel Bier

Wo es Pumpernickel und den wunderbaren Schinken gibt

Da wird Schnaps und Bier getrunken doch am Wein wird nur genippt

Wollt ihr alle das probieren, ja dann kommt und haut mal ran

Sehn’se so was gibt es hier bei uns in Hamm

Sehn’se so was gibt es hier bei uns in Hamm

Komm’se mal....

Am Kanale Grande promenieren nette Mägdelein

Die sind hübsch genau so wie die Mädchen dort am schönen Rhein

Kommt doch her und schaut sie euch mal richtig an

Manche unter ihnen möchten noch ‘nen Mann

Manche unter ihnen möchten noch ‘nen Mann

Komm’se mal...

Komm’se mal...

(Text und Musik: Willi Hellwig, Bockum-Hövel)

 

...und gleich noch eine Hymne auf die Stadt Hamm:

Rubriklistenbild: © Szkudlarek

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