Bilanz der Event-Serie mit Kapelle Petra und anderen in Hamm

Party und Polonaisen zum Finale des "Livesommers“

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Kapelle Petra - jede Menge Spaß auf und vor der Bühne.

Fast 500 Zuschauer bei Kapelle Petra und immerhin gut 90 beim Streichquartett „Die Nixen“ – das zweite Wochenende des „Livesommers“ im Maxipark zaubert auch dem Veranstalter ein Lächeln ins Gesicht.

Hamm - Insgesamt waren zu den vier Veranstaltungen 750 Zuschauer gekommen. Bei einer Kapazität von 500 Plätzen pro Abend hätten es sicher deutlich mehr sein können, räumt Veranstalter Achim Matzka ein. Trotzdem sagt er: „Ich bin sehr zufrieden mit der ganzen Reihe.“

Ziel des „Livesommers“ im Maxipark sei es nicht gewesen, einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Matzka: „Ich wollte zeigen, dass es auch in Corona-Zeiten unter Wahrung der Abstandsregeln möglich ist, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.“

Und die Dankbarkeit dafür war groß: Für „Die Nixen“ am Freitagabend war es der erste gemeinsam Aufritt seit dem Beginn der Corona-Zeit; Comedian Dave Davis, der vor einer Woche den Anfang der Reihe machte, freute sich riesig, endlich wieder direkt vor Menschen und nicht im Autokino aufzutreten.

Zuschauer und Musiker dankbar

Und viele der Zuschauer, die gekommen waren, hätten sich persönlich bei ihm bedankt, dass endlich wieder ein Konzert oder Comedyabend in Hamm stattgefunden habe, so Matzka. Interessanterweise sei eine große Anzahl gar nicht aus Hamm, sondern von weiter weg gekommen. Beim A-cappella-Sextett Slixs am Samstag, 18. Juli, etwa kamen Besucher extra aus Dortmund, Essen und Ostwestfalen angereist.

Genau wie bei Slixs gab es auch am vergangenen Freitag für „Die Nixen“ stehende Ovationen vom Publikum – so groß war der Hunger nach Kultur und so beeindruckend waren die Leistungen der Musikerinnen.

"Die Nixen" boten Crossover vom Feinsten.

Die vier Streicherinnen (zwei Geigerinnen, eine Bratschistin und eine Cellistin) boten einen mitreißenden Stilmix aus Klassik, Pop, Tango, Jazz und Rock. So kombinierten die vier Frauen, die vor der Pause im schwarzen Hosenanzug und anschließend im kleinen Schwarzen auftraten, beispielsweise das „Lied an den Mond“ aus Dvoraks Oper „Russalka“ mit der Filmmusik „Moon River“ aus „Frühstück bei Tiffany“. Zu Michael Jacksons „Billie Jean“ gab’s einen stilechten Moonwalk und bei „Kiss“ von Prince verführten die vier Nixen das Publikum auf der Wiese vor dem Elefanten im Maxipark zu Luftküssen – wenn schon wegen Corona kein Mitsingen erlaubt war.

Veranstalter erfüllt Corona-Auflagen

Anders als bei den anderen Events des „Livesommers“ zeigte sich bei Kapelle Petra schon früh ein lebhaftes Interesse. Nach dem bis dato letzten „normalen“ Auftritt in Dortmund mit fast 1000 Besuchern im März und einer ungewöhnlichen Minitour durch Hammer Straßen hieß es am Samstagabend: „fast ausverkauft“. Endlich konnte Veranstalter Achim Matzka sein rechnerisch mögliches Potenzial von 500 Stühlen auf der Wiese voll ausschöpfen. Um die lästige Maskenpflicht zumindest dort auszuhebeln, standen diese allerdings ungewöhnlich weit hintereinander, während die Reihen selbst durch gesperrte Plätze unterbrochen waren.

Kapelle Petra spielte vor fast 500 Zuschauern.

Was die Lust auf diesen Abend mit der kultigen Hammer Kombo bei ihren Fans nicht schmälern konnte. Im Gegenteil: Sie waren das dankbare Gegenstück zur spielfreudigen Band beim Heimspiel einer komplett kurzfristig organisierten Corona-auflagengerechten „Bundesjugendspieleteilnahmetour“.

Mini-Polonaisen als Mini-Hotspots

Nur: Kapelle-Konzerte sind immer große Partys. Und viele Anwesende wollten sich diese nach der langen spaßfreien Zeit am Samstag mal wieder gönnen. Zum Glück – auch für den Veranstalter – harmonierte das über die meiste Zeit auch ganz passabel mit den Spielregeln. Einzig dem Kulthit „Geburtstag“ hätte ein Verzicht aus strategischen Gründen sicher gut getan: Er verführte zwar nicht wie üblich zu einer langen Polonaise, dafür aber zu vielen kurzen durch die Reihen. Anders ausgedrückt: zu vielen kleinen potenziellen Hotspots. Abstand – war da was?!

Man spürte, dass die Musiker nicht als Moralapostel nerven wollten – dennoch mischten sich immer wieder mahnende Worte in die Ansagen, wenn die Grenzen der Selbstdisziplin mancherorts gerissen wurden. Was alle Beteiligten an diesem Abend möglich machten, formulierte Sänger Guido Scholz trotzdem gleich mehrmals begeistert so: „Das fühlt sich an wie fast normal!

"Livesommer" im Maxipark: Kapelle Petra und Nixen

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