Corona-Zwangspause beendet

Training fürs Selbstbewusstsein: Kinder in der Kampfkunstakademie

Roger Pier ist froh, dass in seiner Kampfkunstakademie wieder Sportler trainieren können.
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Roger Pier ist froh, dass in seiner Kampfkunstakademie wieder Sportler trainieren können.

Es ist bereits Juni 2021, und doch zeigte der Kalender in der „Kampfkunstakademie“ zuletzt Oktober 2020 an. Das Bild hat Symbolcharakter: Denn so lange hatte das Fitness- und Kampfkunststudio am Caldenhofer Weg Corona-bedingt geschlossen. Nun hat Inhaber Roger Pier seine Türen wieder für Sportler geöffnet.

Hamm - Klar also, dass Pier jetzt auch den Kalender wieder auf den aktuellen Stand brachte – doch offenbart diese Anekdote die Lage des Studios, das es seit rund 30 Jahren gibt und vor 21 Jahren von Pier zunächst als „Relax Gym“ übernommen und zur „Kampfkunstakademie“ umgebaut wurde.

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 hatte die Sporteinrichtung für Jung und Alt gerade einmal fünf Monate geöffnet – mit vielen Einschränkungen, wie der Besucherbegrenzung und der Sperrung jedes zweiten Gerätes. Seit Kurzem steht im Hinterhofgebäude am Caldenhofer Weg wieder das im Vordergrund, worum es eigentlich geht: der Sport. Dabei freut sich Roger Pier vor allem darüber, dass jetzt auch Kinder wieder ihrem Sport nachgehen können und dabei Gemeinschaft erleben und in Selbstbehauptungskursen das in Coronazeiten gesunkene Selbstbewusstsein wieder aufbauen können. „Wir haben während der Coronapause ein digitales Antiaggressionstraining angeboten, das die Eltern ihren Kindern zuhause vermitteln konnten – aber es ist natürlich nicht dasselbe, wie beim persönlichen Training mit unserem Trainer- und Pädagogenteam“, erklärt Pier.

Ohnehin war der Inhaber nicht untätig. „Wir haben die Zeit zum Renovieren genutzt“, sagt er. So wurden die Duschen erneuert, Wände gestrichen, Fitnessgeräte lackiert, neue Teppiche verlegt, neues Equipment zum Training angeschafft und zudem ist das Studio nun mit Raumlüfter ausgestattet.

Solidarität und Rücklagen als Rettungsanker

Doch so groß die Freude über die Wiedereröffnung ist: Die vergangenen Monate waren für Roger Pier und sein Team nicht leicht. Das kleine Studio hatte andere Probleme als beispielsweise große Fitnessketten. „Überlebt“ habe die „Kampfkunstakademie“ mitsamt Fitnessstudio aus mehreren Gründen. Ein Aspekt: „Ich habe Rücklagen gebildet für schlechte Zeiten“, sagt Pier. Zudem sei ihm sein Vermieter finanziell sehr entgegengekommen. Ein anderer Punkt: „Die Solidarität der Mitglieder hat geholfen“, sagt Pier. Viele Sportler zeigten sich solidarisch, kündigten ihre Verträge trotz der fehlenden Trainingsmöglichkeiten nicht.

Corona-Regeln

In der „Kampfkunstakademie“ am Caldenhofer Weg 83 können mittlerweile wieder alle Mitglieder trainieren – sowohl im Kampfsport- und Selbstbehauptungsbereich, als auch in der Fitnessabteilung mit Geräten für Kraftsport und Ausdauer.

Mitglieder müssen sich nur bei der Ankunft vor Ort per Luca-App oder entsprechendem Eintrag in eine Liste registrieren. Zudem gilt: Im Lobbybereich ist das Tragen der Maske weiterhin Pflicht, beim Training selbst ist das Tragen der Maske auf freiwilliger Basis.

Problematisch sei gewesen, dass kaum neue Mitglieder während Corona dazugekommen sind. „Wir haben jeden Monat zwischen acht und zehn Kündigungen, gewinnen im gleichen Zeitraum aber auch zehn bis zwölf neue Mitglieder“, erklärt Pier. Durch die Pandemie hat er nun 70 Mitglieder weniger. „Jedes verlorene Mitglied tut weh“, sagt der Unternehmer.

Aber: Pier glaubt fest daran, dass das Ende der Coronapause im Sport wieder für einen regelrechten Boom sorgen wird. „Es ist jetzt wie mit den guten Vorsätzen für ein neues Jahr“, sagt er. Der Andrang derzeit gibt ihm recht.

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