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Kampf gegen Kriminalität: Polizei kontrolliert rund um die Meile anlasslos

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Von: Frank Lahme

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Viel Blaulicht: In der Vergangenheit gab es auf der Südstraße und in der umliegenden Innenstadt immer wieder Polizei-Einsätze.
Viel Blaulicht: In der Vergangenheit gab es auf der Südstraße und in der umliegenden Innenstadt immer wieder Polizei-Einsätze. © Borgmann

Erst einschreiten, wenn es (fast schon) zu spät ist: Diese Zeiten sind nun auch für die Polizei in Hamm vorbei. Erstmals kommt künftig die so genannte „Strategische Fahndung“ zur Anwendung.

Hamm – Rund um die Hammer Meile ist die Polizei ermächtigt, anlasslose Kontrollen durchzuführen. Hintergrund ist, dass mit Ende der Corona-Maßnahmen die Kriminalitätsrate rund um die Südstraße signifikant angestiegen ist. Die Maßnahme ist zunächst bis zum 14. Juli begrenzt – eine Verlängerung ist möglich.

Bereits erste Erfolge am vergangenen Freitag

„Es ist ein Versuch. Wir werden schauen, was am Ende dabei herauskommt“, sagt Polizeisprecher Hendrik Heine. Gestartet wurde das Projekt bereits am Freitag. Die Polizei war mit leicht erhöhter Beamtenzahl rund um die Meile im Einsatz. 13 Personen und mehrere Fahrzeuge seien kontrolliert worden, wurde am Montag mitgeteilt.

Bei einem 30-Jährigen, der am Südring kontrolliert worden war, seien Drogen und ein verbotenes Einhandmesser gefunden worden. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, die Waffe und die Drogen wurden beschlagnahmt. Ebenso wurden drei Personen ermittelt, die von verschiedenen Staatsanwaltschaften zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben gewesen waren.

Polizeipräsident Kubera erinnert an Gewalttaten

Das Instrument der „Strategischen Fahndung“ wurde bereits Ende 2018 in die Neufassung des Polizeigesetzes NRW eingepflegt. Von größeren Polizeibehörden – beispielsweise in Dortmund – wurde es bereits mehrfach angewandt. In Hamm wird es nun erstmals erprobt.

Die „Strategische Fahndung“ beschränkt sich auf folgende Straßenzüge rund um die Südstraße: Neben der Meile sind dies die Widumstraße, die Königstraße, der Ostenwall, der Santa-Monica-Platz, die Brückenstraße, die Sternstraße und der Südring. Zunächst ist bis zum 14. Juli mit Kontrollen zu rechnen.
Die „Strategische Fahndung“ beschränkt sich auf folgende Straßenzüge rund um die Südstraße: Neben der Meile sind dies die Widumstraße, die Königstraße, der Ostenwall, der Santa-Monica-Platz, die Brückenstraße, die Sternstraße und der Südring. Zunächst ist bis zum 14. Juli mit Kontrollen zu rechnen. © Polizei Hamm

Polizeipräsident Thomas Kubera erinnert in seiner Entscheidungsbegründung unter anderem an das Tötungsdelikt im OLG-Park, bei dem im September 2021 eine junge Frau auf dem Nachhauseweg von der Meile erstochen worden war. Der Mordprozess läuft derzeit vor dem Dortmunder Schwurgericht.

Nur einen Monat später wurde ein 40-jähriger Mann in Höhe des Cinemaxx-Kinos lebensgefährlich verletzt. Die Tatwaffe war auch hier ein Messer. Ein 16-Jähriger ist wegen versuchten Totschlags angeklagt, der Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Leibesvisitationen sind nicht möglich

Die Kontrollen können Polizeibeamte jederzeit durchführen – also nicht nur in den Abend- und Nachtstunden. Schilder oder dergleichen sind nicht nötig, um den Geltungsbereich auszuweisen und werden auch nicht rund um die Meile installiert.

Die Polizei Hamm verspricht sich von der Maßnahme, gezielten Fahndungsdruck auf potenzielle Kriminelle ausüben zu können. Allerdings sind ihr auch die Hände gebunden. So ist nun möglich, ohne konkreten Verdacht Personen anzuhalten, sie nach ihrer Identität zu befragen sowie mitgeführte Behältnisse oder Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen.

Leibesvisitationen sind allerdings nicht möglich. Ebenso dürfen Meilenbesucher auch weiterhin ein Taschenmesser oder dergleichen bei sich haben. Lediglich verbotene Waffen dürfen aussortiert werden.

Stärkung des Sicherheitsgefühls und Kriminalitätsbekämpfung

„Die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Menschen in Hamm und die Kriminalitätsbekämpfung im öffentlichen Raum sind zwei strategische Behördenziele, die mir besonders am Herzen liegen. Wir haben Sie fest in unserem Sicherheitsprogramm verankert und richten unsere Maßnahmen konsequent danach aus“, sagt Polizeipräsident Kubera. Ein Baustein sei dabei die „Strategische Fahndung“, die mit Augenmaß und streng rechtsstaatlich angewendet werde.

Potentiellen Straftätern soll damit ein klares Signal gesetzt werden. Potentielle Täter sollen so frühzeitig festgestellt und dann daran gehindert werden, Straftaten zu begehen.

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