Eichenprozessionsspinner in Hamm wieder Thema

Kampf gegen Giftraupen: Das ist die Strategie der Stadt 2020

Im Freibad Selbachpark werden derzeit die Blätter der Eichen besprüht, um die Eichenprozessionsspinner präventiv zu bekämpfen. Ab Montag geht es aus einem Hubsteiger auch aus großer Höhe weiter.
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Im Freibad Selbachpark werden derzeit die Blätter der Eichen besprüht, um die Eichenprozessionsspinner präventiv zu bekämpfen. Ab Montag geht es aus einem Hubsteiger auch aus großer Höhe weiter.

Die Stadt sieht sich für ihren Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) gerüstet. Nach Einschätzung von Stadtsprecher Lukas Huster dürfte der vermutlich ab Mai auch in Hamm wieder ein Thema werden. „Dann werden wir wieder eine Hotline freischalten, unter der Nester gemeldet werden können.“

Hamm – 2018 war die Giftraupe, deren Härchen zu Verbrennungen auf der Haut des Menschen führen, Atemwegsprobleme verursachen oder allergische Reaktionen auslösen können, erstmals in großer Zahl auch in Hamm aufgetaucht. 2018 und 2019 wurden die Nester von Spezialfirmen abgesaugt. Das soll auch in diesem Jahr passieren – im kompletten Stamm- und Kronenbereich.

Parallel will die Stadt den EPS erstmalig auch mit seinem „natürlichen Feind“ bekämpfen. In den vergangenen Tagen habe man, so Huster, zusammen mit dem Naturschutzbund und dem Sauerländischen Gebirgsverein 80 unter anderem von Flüchtlingen gebaute Meisenkästen aufgehängt – und das alles in der Hoffnung, dass sich die Vögel dort niederlassen und die Raupen fressen. Angebracht wurden sie an drei Stellen in Hamm, an denen zuletzt besonders viele Nester gemeldet wurden. „Und zwar im Halloh-Park in Bockum-Hövel, im Selbachpark in Pelkum und an der Hardinghausstraße in Heessen“, so Huster, der in diesem Zusammenhang von einem „Pilotprojekt“ spricht.

Absaugen der Raupen ein weiterer Schritt

Huster weiß aber auch, dass dadurch das Problem nicht ganz aus der Welt geschafft werden kann. Daher hatte die Stadt Anfang des Jahres das Absaugen der Giftraupen-Nester ausgeschrieben, woraufhin sich auch Firmen gemeldet haben. Die werden schwerpunktmäßig in drei Bereichen zum Einsatz kommen: Pelkum, Herringen und Hamm-Mitte/Bockum-Hövel und Heessen/Uentrop und Rhynern. An neuralgischen städtischen Grundstücken wie Kitas, Spielplätzen und Schulen müssen die Nester laut Vereinbarung innerhalb von 72 Stunden, an allen anderen Stellen innerhalb von zehn Tagen abgesaugt werden.

Gefährlich für den Menschen sind die feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners.

Anders als beispielsweise beim Landesbetrieb Straßen.NRW oder in anderen Kommunen ist für die Stadt Hamm das alle 14 Tage zu wiederholende Aufsprühen eines Biozids oder eines anderen Mittels kein Thema. Ebenso habe man die Pläne verworfen, eigene Mitarbeiter in der Bekämpfung der Giftraupe auszubilden, sagte Huster. Er geht davon aus, mit der Kombination Absaugen/Nistkästen – so wie andere Kommunen auch – eine gute Lösung gefunden zu haben. Wie erfolgreich die ist, wird sich aber erst am Ende der Saison im Juli oder August zeigen.

200.000 Euro zur Bekämpfung der Raupe

2019 waren der Stadt mehr als 650 Nester beziehungsweise Standorte gemeldet worden. Sie musste mehr als 200.000 Euro für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ausgeben. Ein ähnlich hoher Betrag steht für dieses Jahr zur Verfügung. Privatleute müssen für die Beseitigungskosten selbst aufkommen. Das betrifft auch die Stadtwerke, wo 2019 im Freibad Selbachpark Dutzende Bäume von der Giftraupe befallen waren.

Stadtwerke wählen andere Methode

Die Stadtwerke gehen übrigens einen anderen Weg als die Stadt. Im Kampf gegen die Giftraupe wollen sie ein handelsübliches Mittel einsetzen und damit die Blätter der Eichen in den Freibädern Selbachpark und Südbad besprühen – insgesamt knapp 50 Bäume. Den Anfang machte ein Mitarbeiter einer Fachfirma am Donnerstag und Freitag im Selbachpark. Vom Boden aus besprühte er die Eichen.

In der kommenden Woche wird die Arbeit mithilfe eines Hubsteigers fortgesetzt, um auch die Baumkronen zu erreichen. Mitte der Woche sollen auch im Freibad Süd die Eichen besprüht werden. Mit dieser präventiven Maßnahme hoffen die Stadtwerke, eine Ausbreitung der Population des Eichenprozessionsspinners verhindern zu können.

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