Kampf gegen Corona mit Hindernissen

Beim Impfen in Hamm geht‘s voran - Irritationen im Impfzentrum

Statt zurück geht es beim Impfen in Hamm weiter Stück für Stück voran. Gleichzeitig kam es in den vergangenen Tagen am Impfzentrum immer wieder zu Irritationen.

Hamm - 9,7 Prozent der Menschen in Hamm haben inzwischen die Erstimpfung erhalten, 4,1 Prozent haben beide Impfungen bekommen. In dieser Woche werde auf jeden Fall die Zehn-Prozent-Schwelle überschritten, verlautete am Dienstag aus dem Corona-Krisenstab der Stadt. Die 540 Impftermine für Lehrer und Erzieher, die in der Vorwoche wegen des Astrazeneca-Lockdowns abgesagt werden mussten, würden definitiv am Donnerstag, 25. März, allesamt nachgeholt sein. (News zum Coronavirus in Hamm)

Aktuell wird im Impfzentrum an der Friedensschule mit vier Impfstraßen im Volllast-Betrieb gearbeitet - am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag werde zusätzlich wieder eine fünfte Impfstraße für Astrazeneca-Impfungen hinzukommen.

„Entscheidend nach vorn kommen wir aber nur, wenn endlich mehr Impfstoff ins System kommt. Impfzentrum und Hausärzte Hand in Hand können da schnell auf Masse kommen“, so Oberbürgermeister Marc Herter. Helfen könnte auch, wenn der Impfstoff von Johnson und Johnson zur Verfügung stehen würde. Dieser muss nur einmal verabreicht werden, was fürs Impfen bei den Hausärzten ideal wäre.

Corona-Impfen in Hamm: Abgewiesen am Impfzentrum

Auch in den letzten Tagen kam es immer wieder zu Irritationen am Impfzentrum an der Friedensschule. Weil sich Menschen unter 80 Jahre selbst als „Berechtigte“ einstufen oder ungeachtet eines niedrigeren Alters einfach angemeldet haben, wurden und werden sie vom Personal abgewiesen. Nun hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zumindest in einer Hinsicht die Reißleine gezogen: Menschen, die tatsächlich über 80 sind, können sich nur noch telefonisch anmelden (0800/116-117-02). Das Online-Portal ist stumm geschaltet.

Abgewiesen wurde am Montag auch ein Mann aus Hamm, obwohl er zu einer neuen Gruppe von Berechtigten gehört. Auch das sorgte für Irritation, aber auch das hatte seinen Grund:

Der Mann mit Pflegegrad 4, der über das Online-Anmeldeportal der KVWL kurzfristig einen Termin erhalten hatte, gehört per neuem Landeserlass formal zur Gruppe der Personen mit höchster Impfpriorität. Auch er musste unverrichteter Dinge wieder umdrehen. Der Grund: Dieser Personenkreis soll ausschließlich zuhause geimpft werden. Das Impfzentrum bleibt über 80-Jährigen und anderen genau festgelegten Personengruppen vorbehalten. In diesem Fall sei der Mann zwar tatsächlich berechtigt gewesen, aber das System sehe einen Besuch im Impfzentrum nicht vor, teilte eine KVWL-Sprecherin mit.

Corona-Impfen in Hamm: Hausarzt ist zentrale Figur

Mit dem 11. Impferlass NRW vom vergangenen Montag können nun neben Menschen mit Pflegegrad 5 („schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ und sehr hoher Pflegebedarf) auch in Pflegegrad 4 eingestufte Personen (mit „schwerster Beeinträchtigung“) unabhängig von ihrem Alter in ihrer häuslichen Umgebung die Corona-Schutzimpfung erhalten. Das gilt auch für bettlägerige Personen über 80 Jahre.

Der Erlass regelt auch den Ablauf: Zentrale Figur ist der Hausarzt. Menschen dieser Gruppen kontaktieren demnach ihren Arzt, der dann entweder selbst Impfstoff am Impfzentrum abholen oder ein mobiles Impfteam beauftragen kann, das den Wirkstoff spritzt. Was diese Regelung für die rund 700 Menschen mit chronischen Erkrankungen bedeutet, die sich in der Hoffnung auf einen baldigen Termin bei der Stadt haben registrieren lassen, und wie viele von ihnen unter die jetzt im Erlass genannten Personengruppen fallen, ließ sich bislang nicht klären.

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Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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