„Hamm hoch drei“ als Vitaminspritze für ramponierte Kultur

Kaltstart ins Wohnzimmer: Auftakt nach Maß für Musik-Stream-Serie

Die „Neckbellies“ mit Eddie Arndt (links) und Thomas Hecking spielten abwechslungsreiche Folkmusik.
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Vom Hoppegarden auf Tablets und Fernseher: Die „Neckbellies“ mit Eddie Arndt (links) und Thomas Hecking spielten abwechslungsreiche Folkmusik.

Nach leidvollen 14 Corona-Monaten setzt die Stadt Hamm der hart gebeutelten Kulturszene eine wirksame Vitaminspritze. Und die freut sich sehr darüber.

Hamm - Der Impfstoff heißt „Hamm hoch 3“ („h³“) – eine Mixtur aus viel Geld und starker Logistik: Das Ergebnis sind 13 jeweils dreiteilige „Shows“ unterschiedlichster Sparten, online als echtes Solidarprojekt professionell in Szene gesetzt. Ohne Nebenwirkungen gingen die ersten beiden Teile über die Bühne. Und die Beteiligten und Verantwortlichen? Zeigen sich uneingeschränkt glücklich.

Einer der ersten Beteiligten vor der Kamera war Eddie Arndt. Der in Hamm aufgewachsene, gestandene Musiker – hier vor allem mit „Bardic“ bekannt – war noch lange nach seinem Auftaktstream mit dem Folk-Duo „Neckbellies“ angefixt. Das Ergebnis der Aufnahme im Hoppegarden sei auch dank der versierten Techniker um Sascha Walendy sehr positiv im eigenen Wohnzimmer angekommen. Das gilt umso mehr, weil normale Proben angesichts der strengen Auflagen seit März 2020 kaum möglich waren und kein Publikum zum Interagieren da war. „Viel schönes Feedback“ habe ihn erreicht, sagt Arndt.

Ähnlich zufrieden ist Tom Bartsch. Der Gitarrist des Progressivrock-Trios „Kaozzz Konzzzept“ sprach nach dem Samstags-Stream zwar von einer „seltsamen Situation“, die aber „toll“ und „sehr professionell“ gelöst worden sei. Sein Lob ging damit unter anderem an das Team um Achim Matzka, das den Samstag technisch verantwortete.

Heinz Feußner und Uzey porträtiert

Neben den Musikacts findet in jedem der knapp zweistündigen Streams auch die bildende Kunst ein Eckchen. Einen der beiden Premierenstartplätze teilte sich der Fotograf Heinz Feußner mit dem umtriebigen Tattoo- und Graffiti-Künstler Kai „Uzey“ Wohlgemuth. Auch Feußner sah sich gut in Szene gesetzt, obwohl es „komisch“ sei, mal vor der Kamera zu stehen statt hinter ihr. „Das Format mit der Kombi aus Musik und bildender Kunst halte ich für ausgezeichnet und repräsentativ für die Hammer Kunstszene, die ja noch viel umfangreicher ist“, lobt Feußner.

Wie alle beteiligten Kreativen wird er übrigens eine DVD des Beitrags zur freien Verwendung erhalten, das Gros der Auftritte wurde zudem dank der Unterstützung der Stadt und des Hauptsponsors Stadtwerke „marktgerecht“ honoriert. Mögliche Überschüsse durch den Ticketverkauf sollen weiteren Kulturveranstaltungen zugute kommen.

So geht‘s weiter:

12. Mai: Oliver Gabriel / Alex Fischer (Singer, Pop/Rock)

15. Mai: Der Obel präsentiert „SchönAbendausHamm!“ (Comedy)

21. Mai: Clubber Lang / Delirious (Hardcore / Metal)

22. Mai: Duo Lauscher / Ensemble Anderswelt (Songwriter, Erzähltheater)

23. Mai: Christina Branner Jespersen & Freddy Pieper / Litarett (Chansons, Literatur)

Das komplette Programm (bis 12. Juni), weitere Infos, Buchungsdaten und Direktstream über www.hamm.de/hammhochdrei.

Alle Streams starten um 20 Uhr, dauern knapp zwei Stunden und sind 24 Stunden verfügbar.

Buchungszahlen noch nicht veröffentlicht

Bei so vielen positiven Rückmeldungen wundert es nicht, dass auch die Hauptverantwortlichen strahlen. Ute Obering vom Kulturbüro gibt zu, vor der Premiere ein „bisschen gebibbert“ zu haben, doch der einwandfreie Ablauf und „nur positives Feedback“ habe sie schnell „voll zufrieden“ gestimmt.

Erste Buchungszahlen waren bei der Stadt noch nicht in Erfahrung zu bringen.

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