Vorstoß der Piraten gescheitert

"Kältebus" für Obdachlose kein Thema für Stadt Hamm

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Symbolbild

Hamm - Keinen Anlass, einen Kältebus im kommenden Winter einzusetzen, sieht die Verwaltung. Mit dieser Antwort reagiert die Stadt Hamm auf einen Antrag der Piraten, die im vergangenen Winter die Einrichtung eines sogenannten Kältebusses gefordert hatten.

Während des vergangenen Winters war es teilweise bitterkalt. Für Obdachlose, so die Sorge der Piraten, könnte diese Kälte lebensbedrohlich sein. Nach dem Vorbild mehrerer größerer Städte solle die Stadt Hamm einen Kältebus einrichten. Diese Busse stehen vor allem nachts für eine akute und mobile Versorgung bereit. Mitarbeiter suchen mit Fahrzeugen die Obdachlosen auf und bieten warme Getränke, Speisen, Schlafsäcke und eine Möglichkeit, sich aufzuwärmen, an. „Auch könnten die Mitarbeiter die Obdachlosen in die Notunterkunft bringen“, heißt es in dem Antrag der Piraten.

Die Verwaltung macht in ihrer Stellungnahme nun deutlich, dass die Lage in Hamm mit der in verschiedenen Großstädten nicht vergleichbar sei. Dort würden die Kältebusse in privater, caritativer oder gemeinnütziger Trägerschaft betrieben.

Mit dem gerade beschlossenen Wohnungsnotfallhilfekonzept gehe die Verwaltung einen anderen Weg und habe mögliche Maßnahmen zur Vermeidung von Obdachlosigkeit, aber auch zum Umgang mit obdachlosen Personen beschrieben. In der städtischen Notunterkunft gebe es weiterhin freie Kapazitäten, sodass niemand unter freiem Himmel übernachten müsse. Das habe auch für den gesamten Winter gegolten.

Zudem könnten Polizei und Ordnungsdienst auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten Personen in die Übernachtungsstelle einweisen. Die Stadt Hamm sehe zudem auch keine Veranlassung, einen Kältebus einzusetzen, da die beteiligten Träger der Wohnungsnotfallhilfe derzeit – möglichst unter Beteiligung Ehrenamtlicher – über weitere Hilfsmöglichkeiten für den nächsten Winter nachdenken.

Hammer Piraten verwirrt

Die Piraten reagierten auf die Ablehnung verwirrt und mit Unverständnis: "Die Verwaltung teilt mit, dass die Wohnungsnotfallhilfeträger auch über den Transport von betroffenen Personen zur Notunterkunft nachdenken. Und sie teilt mit, dass sie selbst an dem Prozess beteiligt sei. Aber einen Kältebus schließt sie kategorisch aus. Warum? Dieser wäre sehr gut in das Konzept integrierbar.“

Im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration am 7. Mai steht der Antrag auf der Tagesordnung. 

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