Justizopfer Ewers nach zwölf Jahren rehabilitiert

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Thomas Ewers (links) und sein Anwalt Dr. Michael von Glahn.

HAMM/ESSEN - Zwölf Jahre nach seiner Verurteilung durch das Landgericht Dortmund ist der Hammer Thomas Ewers nunmehr endgültig rehabilitiert. Die VII. Große Strafkammer des Landgerichts Essen sprach den 45-Jährigen wie erwartet im Wiederaufnahmeverfahren vom Vorwurf der Vergewaltigung frei.

Sechs Jahre und acht Monate hatte der Bockum-Höveler im Gefängnis gesessen und die ihm aufgebürdete Strafe bis zum letzten Tag absitzen müssen. Weil er stets bestritten hatte, seine ehemalige Lebensgefährtin in den Jahren 1997 und 2001 vergewaltigt zu haben, hatte er im Strafvollzug als uneinsichtig und gefährlich gegolten. Drei Monate nach seiner Entlassung, im Juni 2010, hatte dann das heute 42-jährige, angebliche Opfer eingeräumt, die Vorwürfe erfunden zu haben.

Weitere vier Jahre strichen ins Land, bis die Justiz endlich auf den Fall Ewers reagierte. Im Mai wurde die Ex-Lebensgefährtin in Dortmund wegen mittelbarer Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Am Montag folgte schließlich das Wiederaufnahmeverfahren in Essen. „Wir fühlen mit Ihnen“, sagte der Vorsitzende Richter nach halbtägiger Sitzung. Den Makel des verurteilten Vergewaltigers ist Ewers nun los; 60.000 Euro Haftentschädigung sind zu erwarten. - fl

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Ewers für Freispruch erneut vor Gericht

3 Jahre Haft für Vergewaltigungs-Lüge

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