Supermarkt statt Software

Jungunternehmer gründet in der Corona-Not einen Onlineshop

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Bringt sogar Toilettenpapier: Jan Fohler liefert Einkäufe nach Hause.

Die Corona-Krise trifft bekanntlich viele Gewerbetreibende hammerhart. Ein Jungunternehmer aus Westtünnen hat aus der Not eine Tugend gemacht und mit seinem Betrieb quasi einen Neustart hingelegt, indem er kurzerhand die Branche wechselte und mit einer neuen Idee in Hamm auf dem Markt ist.

Hamm – Jan Fohler aus Westtünnen machte aus seinem kleinen Software-Unternehmen einen Supermarkt auf Rädern. Die Aufträge für die alte Geschäftsidee brachen von jetzt auf gleich weg oder wurden auf Eis gelegt. Fohler lamentierte nicht lange und setzte einen schon länger auf dem Tisch liegenden Plan um: Er startete einen Lebensmittellieferdienst.

Der Online-Shop www.speisi.de war innerhalb von nur drei Wochen gegründet. Das Unternehmen ist nicht zu verwechseln mit Einkaufsdiensten. Die Mitarbeiter sammeln keine Einkaufszettel ein und erledigen dann die Einkäufe im Aldi, Netto oder Rewe. „Speisi“ hat eine eigene Produktpalette, die über Großhändler und andere Lieferanten zusammengestellt wurde.

Aktuell sind etwa 500 Produkte dokumentiert. Die können Kunden bestellen. Das Unternehmen sorgt dann für die Logistik und liefert nach Hause. „Rund 100 Haushalte gehören bereits zu unseren Stammkunden“, sagt Fohler. Die Bestellungen laufen zum einen über den Online-Shop, zum anderen die Bestellhotline (02381/4673111). Die Bezahlung läuft entweder online über den Shop über nahezu alle denkbaren aktuellen digitalen Zahlungsmittel (Paypal, Kreditkarte, Klarna, Apple-Pay) oder direkt beim Fahrer kontaktlos per EC-Karte und mobilem Kartenterminal.

Bargeld nur im Ausnahmefall

„In Ausnahmefällen nehmen wir auch Bargeld entgegen“, sagt Fohler mit Blick auf die Kontaktsperre. Die Lieferung erfolgt am selben Tag bei Bestellungen bis 8 Uhr oder am nächsten Tag bei Bestellungen nach 8 Uhr. Die Bestellung kann auch für bis zu fünf Tage in der Zukunft erfolgen.

Der Liefertermin kann vom Kunden selbst im Shop bestimmt werden. Der Lieferprozess an sich erfolgt immer kontaktlos, insbesondere, wenn die Zahlung bereits online erfolgt ist. Dazu sind die Einkäufe in umweltfreundlichen Papiertüten oder Baumwolltaschen verpackt. Diese stehen in einer Kiste, weldie cher der Fahrer vor der Tür abstellt, klingelt und dann mindestens zwei Meter zurückgeht. Die Tüten können dann vom Kunden aus der Kiste genommen werden und der Fahrer nimmt die Transportkiste wieder mit.

Ob diese Geschäftsidee nur auf die Corona-Zeit begrenzt ist? „Das ist nicht so geplant“, sagt Fohler. Er möchte dies auch im „normalen“ Leben fortsetzen. Denn der Service sei eigentlich immer attraktiv. Ältere und/oder nicht mobile Menschen profitieren davon. Natürlich können auch einfach nur bequeme Kunden bei www.speisi.de bestellen.

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