Freispruch

Aussage gegen Aussage - Prozess um mögliche Vergewaltigung einer 14-Jährige endet

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Mit einem Freispruch ist am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen jungen Mann aus Hamm zu Ende gegangen, der wegen des Vorwurfs der mehrfachen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin auf der Anklagebank saß.

Hamm/Dortmund - Nach mehrstündiger intensiver Befragung des angeblichen Opfers hatte die Strafkammer unter Vorsitz von Alexander Donschen massive Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Der 24-jährige hatte direkt zu Prozessbeginn vehement seine Unschuld beteuert und erklärt, dass der angeblich erzwungene Geschlechtsverkehr mit der damals 14-jährigen stets einvernehmlich erfolgt sei. "Hier standen Aussage gegen Aussage, und wir können nicht in die Köpfe der Beteiligten hinein schauen" brachte Donschen die typische Aussagesituation gerade bei Sexualstraftaten auf den Punkt.

Um den Wahrheitsgehalt der behaupteten brutalen Sex-Attacken zu ergründen, wurde die heute 17-jährige von allen Prozessbeteiligten stundenlang intensiv befragt. Dabei tauchten immer wieder Erinnerungslücken und Widersprüche zu früheren Angaben bei der Polizei auf, so dass zu große Zweifel an dem Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen bleiben. "Wir sagen hier nicht, dass die Zeugin gelogen hat. Sicherlich hat sie ihr ganz eigenes Vorstellungsbild von den Ereignissen, was wir aber hier nicht aufklären können", so Donschen in der Urteilsbegründung.

Die junge Frau hat seit längerem auch unabhängig von den angeblich erlebten Vergewaltigungen psychische Probleme und ist in psychologischer Behandlung. "Letztlich haben wir am Endes des Verfahrens zwei Geschädigte. Die junge Frau und der jetzt freigesprochene Angeklagte, der zudem noch in schweren Lebensumständen lebt". Der 24-jährige lebte zur Tatzeit wegen einer Lernbehinderung in einer betreuten Wohngruppe.

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