Vor dem Landgericht

Trotz Jugend geprägt von Drogen, Tabletten und Alkohol: Angeklagter im Bandidos-Prozess voll schuldfähig

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Symbolbild.

Hamm/Dortmund – Nach mehrwöchiger Beweisaufnahme vor dem Dortmunder Landgericht nähert sich der Prozess gegen drei mutmaßliche Angehörige beziehungsweise Sympathisanten der Bandidos dem Ende.

Die Angeklagten sollen in unterschiedlicher Beteiligung zwischen August und September 2019 mit 64 Kilo Amphetaminen im Rockermilieu gehandelt sowie in der Szene Bargeld zu erpressen versucht haben. Dabei soll es auch zu Körperverletzungsdelikten gekommen sein.

Ein psychiatrischer Sachverständiger gab den Prozessbeteiligten am gestrigen Verhandlungstag Einblicke in die seelische Verfassung des mutmaßlichen Haupttäters. Der Mann wird als voll schuldfähig eingestuft.

Von der Scheidung der Eltern traumatisiert

Der Gutachter skizzierte den Lebensweg des heute 27-jährigen als geprägt von Drogen, Tabletten und Alkohol. Bereits als 13-Jähriger habe der von der Scheidung seiner Eltern traumatisierte Jugendliche angefangen, Rauschgift und Alkohol im Übermaß zu konsumieren, sei schnell von mehreren Substanzen abhängig geworden. Es folgten mehrere Aufenthalte in Erziehungseinrichtungen, der Psychiatrie sowie Straftaten.

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Nach seiner letzten Haftentlassung sei er nach eigenen Angaben clean geblieben, habe angeblich auch im Tatzeitraum keine Drogen konsumiert. Eine Behauptung, die nach Überzeugung des Gutachters weder belegt noch widerlegt werden kann.

Mann soll Chance auf Therapie erhalten

Dem durchaus therapiewilligen Angeklagten sollte aber die Chance gegeben werden, in einer geschlossenen Therapieeinrichtung langfristig an seinen massiven Drogen- und Persönlichkeitsproblemen zu arbeiten. So sei die Chance deutlich größer, dass der bereits seit seiner Jugend immer wieder straffällig gewordene Mann ein straffreies Leben führen könne.

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Im Falle der beiden anderen Angeklagten wurden Gutachten nicht in Erwägung gezogen.

Der Prozess wird mit den Plädoyers und dem Schlussvortrag der Staatsanwaltschaft am 15. Juni fortgesetzt.

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