Am Kanal

Joggerin und Polizisten werden zu Lebensrettern: Reanimation nach Herzinfarkt - Gaffer als Problem

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Auf dem Foto von links nach rechts: Polizeikommissar Hendrik Stewing, Polizeikommissar Christopher Rösmann, Kommissaranwärterin Sara Große-Budde und Polizeipräsident Erich Sievert.

Hamm - Dass er heute noch lebt, hat ein 64-jähriger Hammer dem vorbildlichen Einsatz einer Joggerin und einer Streifenwagenbesatzung der Polizei zu verdanken.

Der herzkranke Mann hatte am Sonntag vergangener Woche während eines Spaziergangs mit seiner Ehefrau entlang des Kanals einen Infarkt erlitten und war zusammengebrochen. Eine Joggerin bekam das mit und leistete Erste Hilfe.

Ein weiterer Passant rief per Notruf die Polizei, die kurz darauf am Einsatzort eintraf. Die Polizisten übernahmen die Reanimation des Mannes per Herzdruckmassage, bis Sanitäter und Notarzt eintrafen. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht und befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Am Mittwoch konnte er auf eine Normalstation verlegt werden.

Kühlen Kopf bewahrt und Leben gerettet

Polizeipräsident Erich Sievert dankte den beteiligten Polizeikommissaren Christopher Rösmann und Hendrik Stewing sowie der Kommissaranwärterin Sara Große-Budde jetzt für ihren Einsatz.

„Es wird von jeder Polizeibeamtin und jedem Polizeibeamten erwartet, die erforderlichen Schritte und Erste-Hilfe-Leistungen im Falle von lebensbedrohlichen Situationen zu beherrschen. Ich finde es gleichwohl lobens- und anerkennenswert, wenn Sie in diesen Situationen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Maßnahmen zur Rettung von Menschenleben ergreifen“, erklärte Sievert. Auch der namentlich nicht bekannten Joggerin zollte er Lob und Respekt.

20 Minuten lang Erste Hilfe geleistet

Einsätze dieser Art sind für die Polizei zwar selten, aber auch nicht gänzlich ungewöhnlich. Ende vergangenen Jahres reanimierte der Polizeibeamte Marcus Teimann in Bockum-Hövel über 20 Minuten lang einen 24-jährigen Mann, der einen internistischen Notfall erlitten und auf der Rautenstrauchstraße mit seinem Fahrrad gestürzt war. Der junge Mann war ebenfalls herzkrank. Er überstand die damalige Herzattacke ohne jegliche Folgeschäden.

Gaffer stören Ersthelfer

Unschöne Begleiterscheinung bei beiden Einsätzen war, dass Passanten das Geschehen jeweils begafften und teils mit ihren Handykameras filmten.

Weitere Polizisten wurden jeweils deshalb angefordert, um das Gaffertum zu unterbinden.

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