Jimmy Kelly in Hamm: Herzlich und familiär

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Jimmy Kelly (rechts) und seine Band führten die Besucher zurück zur Straßenmusik. ▪

HAMM ▪ „Viva La Street“ – Jimmy Kelly sang sein Loblied der Straßenmusik am Sonntagabend im voll besetzten Hammer Kulturbahnhof. Für diese aktuelle Tour hat das ehemalige Mitglied der „Kelly Family“ eine richtig „heiße“ Folkband zusammengestellt, die den Fans im Theatersaal mächtig einheizte.

Von Werner Lauterbach

Die Mischung aus Familie und Straßenmusikern passte perfekt: Neben Jimmy (Stimme, Gitarre, Akkordeon, Flöte) standen seine Frau Meike (Stimme, Akkordeon, Mandoline) und der in den USA lebende Cousin Michael (diverse Saiteninstrumente, Harmonie-Gesang). Die anderen vier Instrumentalisten an Schlagzeug/Vibraphon, Geige, Kontrabass und Tuba lernte er beim Musizieren auf der Straße kennen und schätzen. Persönliche Höhen und Tiefen nach den kommerziell erfolgreichen „Kelly Family“-Zeiten brachten Jimmy 2007 schließlich wieder zu den Anfängen der musikalischen Großfamilie zurück: Auf die Straße, wo er wieder direkten, intensiven Kontakt zu Zuhörern und eben auch seinen heutigen Kollegen auf der Bühne fand.

Auf hohem Niveau spielte Kellys „Folkband“ ein äußerst abwechslungsreiches Programm, das amerikanischen Bluegrass, französische Chansons und hochemotionale Balladen zu einem stimmigem musikalischen Cocktail mixte. Dazu gab’s reichlich irische Pub-Atmosphäre: Das Publikum ließ sich bei den Reels und Jigs nicht lange bitten, stand schnell klatschend vor den Stühlen und feuerte die Musiker an. Die handgemachte, traditionelle Musik erhielt durch das Spiel Michael Kellys auf Gitarre, Banjo, Mandoline, Ukelele und Bouzouki eine besondere Authenzität. Der mehrstimmige Gesang ließ keine Wünsche offen, so dass die Zuhörer sich öfters wie Gäste der Hausmusik auf einer Südstaaten-Terrasse fühlen konnten. Publikum und Musiker genossen die geradezu herzlich-familiäre Konzertatmosphäre, die so nur Clubs oder hier eben im kleinen Theaterraum entstehen kann.

Balladen wie der Jahrhunderte alte englische Klassiker „Matty Groves“ oder der Countrysong „Long Black Veil“ erzeugten Gänsehaut durch die intensiv tönende Schilderung von Liebe, (Un)Treue und Tod. Meike und Jimmy Kellys Gesang bildeten emotionale Nuancen perfekt ab, ihr Harmoniegesang ergänzte sich aufs Allerfeinste – dazu beschwor Jimmy Kellys Stimme manchmal die Rauheit des jungen Bruce Springsteen. Die heftigsten Reaktionen zeigte die mehrheitlich aus jungen Frauen bestehende Zuhörerschar aber bei den gut losgehenden, rhythmusbetonten Stücken des feinen Konzerts.

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