Warner Music forderte Gebühr

Verhandlungen mit Plattenfirma: So geht es mit dem „Jerusalema“-Video der Barbara-Klinik weiter

Löschen oder Zahlen? Diese Frage ist jetzt geklärt. Die St.-Barbara-Klinik Hamm hat sich mit der Plattenfirma Warner Music über eine Lizenzgebühr für die Nutzung des „Jerusalema“-Songs für die millionenfach geklickte Tanz-Challenge geeinigt.

Hamm - Der Musikkonzern Warner Music hatte vor rund drei Wochen als Rechteinhaber des Welthits „Jerusalema“ vom südafrikanischen Künstler Master KG plötzlich Lizenzgebühren von Nutzern des Songs im Rahmen der „Jerusalema“-Challenge eingefordert. (News zum Coronavirus in Hamm)

SongJerusalema
InterpretMaster KG
GenreGospel-House, Disco

„Jerusalema“-Challenge der Barbara-Klinik in Hamm: Fader Beigeschmack nach Verhandlungen

Während etliche kleinere Gruppen, Vereine oder Unternehmen die Videos deshalb schnell und geräuschlos aus den sozialen Netzwerken entfernten und sich gleichzeitig mächtig darüber ärgerten, dass die Spaß-Aktion durch das Vorgehen der Plattenfirma einen faden Beigeschmack erhielt, zahlten andere, nachdem sie angeschrieben wurden.

Für die vielen Polizeidienststellen im Land übernahm letztlich das Innenministerium die Rechnung und zahlte 2675 Euro. Post bekommen hatte die St.-Barbara-Klinik Hamm noch nicht, als sie sich zuletzt ebenfalls an Warner wandte. Die Klinik sei proaktiv an Warner herangetreten und habe sich in Bezug auf die die Nutzungsrechte „zu unserer Zufriedenheit einigen“ können, teilte eine Sprecherin des Krankenhauses mit. Zur Nutzungsdauer und Lizenzgebühr würden keine weiteren Auskünfte erteilt.

„Jerusalema“-Challenge der Barbara-Klinik: Zahlung an Warner Music

Auch auf Anfrage des WA blieb es bei dem knappen Statement, weil man allen Medien gegenüber gleich verfahren wolle. So bleibt unklar, wie hoch die Zahlung ist, die die Klinik nun leistete. Auch darüber, ob für die Summe als Pauschale fällig wurde oder anhand der immensen Reichweite abgerechnet worden ist, ist nichts bekannt.

Nach WA-Informationen, waren viele der beteiligten Mitarbeiter in Hamm nach den ersten Berichten zur Gebührenforderung von Warner ernüchtert. „Erst wir haben das Video ja so richtig bekannt gemacht. Dafür jetzt auch noch zahlen zu dürfen ist schon ein starkes Stück. Wir fühlen uns verarscht“, hatte eine Beteiligte vor drei Wochen dem WA gesagt, ohne namentlich zitiert werden zu wollen. Nun sind die Mitarbeiter erleichtert, dass das tausendfach geteilte Video nicht gelöscht wird.

„Jerusalema“ der Klinik in Hamm war ein Klick-Hit im Netz

Fest steht nämlich: Durch die Einigung mit Warner Music kann das Video aus Hamm im Netz bleiben. Der Clip der St.-Barbara-Klinik war im zurückliegenden November „viral“ gegangen und hatte allein auf Youtube über 8,1 Millionen Aufrufe erzielt. Über Instagram und Facebook kamen noch einmal 2,2 Millionen Klicks hinzu. Der Beitrag des Krankenhauses zählte zu den ersten und den erfolgreichsten in ganz Deutschland. So erreichte die Klinik bundesweit Bekanntheit.

Rubriklistenbild: © St. Barbara Klinik/Screenshot/wa.de

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