Büchereienleiter Jens Boyer im Interview

Wie geht die Stadtbücherei Hamm mit der Zeit?

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Hamm - Mit den Stadtbüchereien in die Zukunft: Seit einem halben Jahr ist Jens Boyer der Leiter der Büchereien. Als neuer Chef möchte er den Ort der Bücher in die Zukunft führen und damit vermehrt ins Internet.

Büchereien entwickeln sich weiter, werden mehr zu einem Ort für die Öffentlichkeit als sich auf die klassische Ausleihe von Literatur zu konzentrieren.

Dabei bemühen sich die Mitarbeiter der Stadtbüchereien ihre Kunden auf verschiedenste Weise zu erreichen, mal durch verrückte Ideen wie das Männerballett für mehr Likes auf Facebook oder Informationen über die neusten Bücher-Trends.

Gibt es Veränderungen in Ihrer Social-Media-Strategie? 

Jens Boyer

Jens Boyer: In der jüngsten Vergangenheit bleiben wir eng an unserer im letzten Jahr beschlossenen Strategie. Vor allem fokussieren wir auf unseren Facebook-Kanal, den wir seit gut fünf Jahren betreiben. Er wird kontinuierlich weiterentwickelt und in seinem Umfang ausgeweitet. Im Schnitt sorgen wir für einen Post am Tag. Gestern haben wir etwa unsere Medienpräsentation zur Buchmesse mit den Preisträgern der letzten Jahre vorgestellt. 

Welche Strategie haben Sie? 

Boyer: Wir setzen drei Schwerpunkte. Erstens: Wir haben den Anspruch mit unseren Angeboten und Inhalten Interesse zu wecken. Zweitens möchten wir Informationen und Know-how bereitstellen. Etwa indem wir veranstaltungsbegleitende Tipps herausgeben, fachbezogene Informationen vermitteln oder etwa auf den Start der Leipziger Buchmesse und unser dazu passendes Angebot hinweisen. 

Zum dritten wollen wir in den aktiven Dialog mit unseren Nutzern treten. Dafür ist Facebook eine wunderbare Möglichkeit. Über Kommentare oder Nachrichten bekommen wir direkt und kurzfristig Anregungen, aber natürlich auch Kritik. Und wir können unsere eigenen Inhalte zur Diskussion stellen. 

Welches Ziel setzen Sie sich dabei? 

Boyer: Mit wechselnden Formaten und Inhalten versuchen wir unter anderem, unsere Anzahl von Followern zu steigern, indem wir einen möglichst großen Personenkreis erreichen. Wir versuchen zu ermitteln, was best möglichst funktioniert. Es ist eine Gratwanderung und ein stetiger Lernprozess, der uns mal schlechter und mal besser gelingt.

Was wird die Zukunft bringen? 

Boyer: Wir prüfen gerade, den Schritt auch auf anderen Kanälen online zu gehen. Mit Facebook gelingt es uns, Relevanz zu erzielen und in einen beständigen Austausch mit einer möglichst großen Bevölkerung zu treten. Aber auch Instagram könnte interessant sein. Es ist jedoch ein sehr bildliches Medium, das ganz andere Ansprüche an uns stellt und Möglichkeiten bietet. Wir müssen noch schauen, ob wir mit Instagram relevante Inhalte vermitteln können und welche Ressourcen wir dafür benötigen würden. 

Wie haben sich die Büchereien 2017 entwickelt?

Warum müssen Büchereien überhaupt online gehen? 

Boyer: Wir haben in der Zentralbibliothek ein Redaktionsteam, das breit gefächert durch alle Aufgabengruppen und Erfahrungshintergründe ist, und in einem laufenden Austausch steht. Mit Facebook können wir nicht nur mit unseren Nutzern in direkten Kontakt treten, sondern auch mit anderen Bibliotheken ganz praxisnah kommunizieren. So bekommen wir oft Fragen zu Details von unseren Formaten. Wir können zusammenarbeiten, Know-how vermitteln und uns weitere Anregungen aneignen.

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