Jedes Kind ausstatten: Tausende neue Tablets als Vorbereitung für möglichen Distanz-Unterricht

Ein Gerät für jedes Kind: Wie hier an der Sophie-Scholl-Gesamtschule sah es vor Corona nicht an jeder Schule aus. Tablets waren teilweise Mangelware. Mit Blick auf den wohl wieder bevorstehenden digitalen Unterricht wird jetzt aufgestockt.
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Ein Gerät für jedes Kind: Wie hier an der Sophie-Scholl-Gesamtschule sah es vor Corona nicht an jeder Schule aus. Tablets waren teilweise Mangelware. Mit Blick auf den wohl wieder bevorstehenden digitalen Unterricht wird jetzt aufgestockt.

Etliche Schulleiter, Lehrer und Eltern gehen schon jetzt davon aus, dass angesichts steigender Corona-Fallzahlen auch wieder Schüler betroffen sein werden – und die jeweiligen Schulen geschlossen werden müssen. Für den dann folgenden digitalen Unterricht ist die technische Ausstattung entscheidend.

Hamm – Während die FDP diese zuletzt kritisierte, sieht Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks Hamm gut aufgestellt.

„Wir wollen und müssen in den Schulen das Thema digitaler Unterricht verstärkt nutzen. So sind die Schulen einerseits in der Lage, im Bedarfsfall Kontakte zu reduzieren und andererseits die Kinder im Zweifel auch zuhause mit gutem Unterricht erreichen zu können“, erklärte die Bildungsdezernentin. Derzeit seien mehr als 8300 digitale Geräte an den Hammer Schulen im Einsatz, davon allein rund 2500 Tablets und 800 Notebooks. Dazu kommen zahlreiche privat angeschaffte Geräte.

Hamm schneidet bei technischer Ausstattung gut ab

Laut Medienentwicklungsplan liegt die Ausstattungsquote mit digitalen Endgeräten bei einem Gerät pro fünf Schülern, an Berufskollegs und Förderschulen bei 1:3. Damit ist die Quote in Hamm deutlich besser als im Schnitt des Landes. Laut einer Umfrage des WDR liegt der Schnitt NRW bei 9,6 Schülern pro Desktop-PC und 12,6 Schülern pro Tablet. Wie bereits berichtet, sollen über das Sofortausstattungsprogramm jetzt über 6000 weitere Geräte angeschafft werden, um für den möglichen digitalen Unterricht ausgestattet zu sein.

„Mit dem Programm können wir für etwa 2,8 Millionen Euro rund 4200 Notebooks oder Laptops für Schüler und nochmal 2000 Geräte für Lehrer beschaffen – zu 90 Prozent finanziert vom Land. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Geräte zu beschaffen“, sagte Obszerninks. „Natürlich hätten wir die Geräte gern pünktlich zum Start des Schuljahres zur Verfügung gestellt – dafür kam das Programm des Landes aber schlicht zu spät. Als die Bedarfe durch Corona schon längst da waren, hat das Land noch zu viel Zeit ins Land gehen lassen.“

Jedem Kind ein Tablet

Solange die Geräte nur in der Schule genutzt werden können, helfen sie nicht beim Heim-Unterricht. Deshalb sollen die Schulen den Kindern ohne eigene Tablets oder Laptops die Geräte mit nach Hause geben. Entsprechende Muster-Leihverträge stünden den Schulen zur Verfügung. „Es kann nicht sein, dass einzelne Schüler abgehängt werden, weil die notwendige technische Ausstattung fehlt“, erklärte die Bildungsdezernentin.

Bis Ende des Jahres verfügten alle Hammer Schulen neben den Endgeräten auch über die nötigen Glasfaseranschlüsse. Die Arbeiten dafür liefen an den drei verbliebenen von 53 Schulen. Allerdings: Aus einigen Schulen ist zu hören, dass die Internetverbindung nicht immer stabil ist oder langsamer als für gutes und zeiteffizientes Lernen nötig läuft.

Wartung der Geräte garantieren

Mit der Beschaffung der Technik sei es deshalb noch nicht getan. Die Kommunen brauchen deutlich mehr Unterstützung beim Support. Das betreffe insbesondere Einrichtung und Wartung der Geräte. Obszerninks: „Hier darf das Land uns nicht im Regen stehen lassen – ansonsten wäre das Programm schlicht zu kurz gedacht.“

Für rund 26000 Schüler begann in Hamm Mitte August das neue Schuljahr. Auf dem Stundenplan standen dabei nicht nur Deutsch, Mathe und Englisch sondern auch Coronavirus, Abstand halten und Maskenpflicht. Mit den Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus gingen die meisten Kinder hier entspannt um – auch, wenn ihnen das Wetter zusetzte.

Kurz vor Ende der Sommerferien stand fest, dass Schüler im Unterricht eine Maske tragen müssen - das sagen Schüler zur Maskenpflicht. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, dem drohen harte Strafen.

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