13.000 Jahre im Boden überdauert!

Riesenfreude über Fund von Mammut-Stoßzahn in Hamm

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Susanne Biker (von links), Heinrich Klockenbusch, Ferdinand Kreikmann, Dr. Christian Pott, Dr. Ulf Sölter und Benjamin Zumbrock präsentieren das gute, alte Stoßzahnstück.

Der Elefant und sein Mammut: Innerhalb des Hammer Stadtgebiets ist etwa 13.000 Jahre alter Stoßzahn gefunden worden. Diesen können sich alle Bürger ansehen, wenn sie möchten.

Hamm – Das Mammut-Paar Manni und Ellie, das in dicken Fellmänteln in den „Ice-Age“-Filmen durch die eiszeitliche Landschaft stapft, kennt fast jedes Kind. Ganz und gar nicht ausgeschlossen ist, dass echte Eiszeitkinder vor vielleicht 13.000 Jahren auf Hammer Gebiet einem echten Manni oder einer echten Ellie begegnet sind. Dem Gustav-Lübcke-Museum wurde jetzt als Schenkung ein Mammut-Stoßzahn überreicht, dessen Fundort in Westhusen liegt.

Ersten vorsichtigen Einschätzungen von LWL-Experten aus Münster zufolge könnte der Zahn etwa 13.000 Jahre alt sein und zu einem weiblichen Tier gehören. Gefunden wurde er bereits vor gut zwei Jahren, als der Lippeverband Maßnahmen zur Wasserhaltung in einem Senkungsgebiet im Heessener Stadtbezirk durchführte. Der Fundort liegt im Bereich des Regenrückhaltebeckens, das im Volksmund auch als Wimschulte-Teich bezeichnet wird.

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Etwa zwei bis vier Meter tief im Boden

In etwa zwei bis vier Meter Tiefe müsse der Zahl gelegen haben, schätzt Landwirt Ferdinand Kreickmann, aus dessen Grund der Fund stammt. Bei den umfangreichen Bodenbewegungen, die damals stattfanden, habe ein Baggerführer das Elfenbein zutage gefördert.

Klar: Man habe sich schon gewundert über das etwa 95 Zentimeter lange und 5 bis 6 Kilogramm schwere Fundstück und es erst einmal auf der Tenne gelagert, wo sich auch Maschinen des ausführenden Unternehmens befanden.

Daran, dass es sich um einen bedeutsamen Fund handeln könnte, dachte zu dem Zeitpunkt niemand. Und auch nicht daran, das Museum oder die Fachleute des Landschaftsverbandes zu informieren. Denn diese haben bei Baumaßnahmen normalerweise den ersten Zugriff aufs Gelände und auf Fundstücke und Bodendenkmäler. So wurden die Arbeiten zu Ende gebracht und der Zahn schlummerte auf der Tenne.

Perfekt für Sonderausstellung "Eiszeit-Safari"

Bis jetzt, als sich Kreickmann und Heinrich Klockenbusch, Vorsitzender des Heimatvereins und stellvertretender Bezirksvorsteher von Heessen, an das Museum wandten. Direktor Dr. Ulf Sölter und Susanne Birker, Kuratorin für Regionalarchäologie, freuen sich über das neue Objekt. „Es passt zeitlich perfekt zu der kommenden Sonderausstellung ,Eiszeit-Safari’, die ab dem 1. Dezember zu sehen ist“, so Sölter.

Der Zahn soll in der Schau, die bis zum 5. Juli 2020 als Mitmachausstellung zu sehen ist, in einer Mammutgruppe gezeigt werden und danach die vorhandenen Funde in der Dauerausstellung ergänzen, sagt Susanne Birker. Sie appelliert an Finder von historischen Objekten, sich an das Gustav-Lübcke-Museum zu wenden: „Das Museum ist die richtige Adresse. Von hier werden alle nötigen Schritte eingeleitet, und die Dinge sind gut aufgehoben.“

Was aus dem Rest des Tieres geworden ist, ist reine Spekulation. Möglicherweise seien Skelettteile mit Bodenaushub auf eine Deponie gewandert, möglicherweise sei der Zahn aber auch durch Gewässerfluss an seinen Fundort gelangt, sagt Dr. Christian Pott vom LWL-Naturkundemuseum Münster. Antworten auf diese Frage wird es nicht mehr geben.

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