Trotz Mini-Anstieg

Jahreseinkommen in Hamm: So tief unten liegen wir im NRW-Vergleich

Das durchschnittliche Jahreseinkommen ist in Hamm nur leicht gewachsen. Grafik.
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Was kommt am Monatsende an? Das durchschnittliche Jahreseinkommen ist in Hamm nur leicht gewachsen. (Klicken rechts oben in das Bild, um die Grafik groß zu sehen.)

Das durchschnittliche Jahreseinkommen in Hamm ist leicht gestiegen, doch im NRW-Vergleich belegt die Stadt immer noch einen der letzten Ränge, fiel sogar um zwei Plätze.

Hamm - Das geht aus den aktuellsten Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) aus dem Jahr 2017 hervor. Laut des Statistischen Landesamts stieg im Vergleich zum vorangegangenen Jahr auch der Gesamtbetrag der Einkünfte sowie die abgeführte Lohn- und Einkommenssteuer in Hamm – und mehr Einkommensmillionäre gibt es auch.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen von IT.NRW gehen auf die Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017 zurück, die die Finanzbehörden jetzt erst abgeschlossen haben. Die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden sich also in dieser Statistik erst 2024 zeigen. Zu berücksichtigen gilt ebenfalls, dass zusammen veranlagte Eheleute bei dieser Erhebung als ein Steuerpflichtiger behandelt werden.

Jahreseinkommen in Hamm: Unsere Stadt im Vergleich

34.026 Euro an Jahreseinkünften verdient ein Hammer im Durchschnitt. Damit belegt die Stadt NRW-weit den 384. Platz von 396 Städten und Gemeinden und verlor zwei Ränge. 2010 hatte Hamm immerhin noch auf Platz 376 gelegen.

Schlusslichter sind Weeze im Kreis Kleve mit 30.508 Euro, das von Duisburg (31.259) die Rote Laterne übernommen hat, und Gelsenkirchen (31.809). Spitzenreiter ist mit deutlichem Abstand und dank eines Zuwachses von über 23 Prozent Attendorn im Kreis Olpe mit durchschnittlich 72.439 Euro Einkommen je Steuerpflichtigem – vor Meerbusch (Rhein-Kreis Neuss) mit 66.671 und Odenthal (Rheinisch-Bergischer Kreis) mit 59.968. NRW-weit ist das Durchschnittseinkommen um 3,0 Prozent auf 40.882 Euro gestiegen. Auch in Hamm stieg es an, denn 2016 waren es noch 33.094 Euro gewesen, das ist ein Zuwachs von 2,82 Prozent – 2010 sogar nur 28.006 Euro. Da die Inflation in den vergangenen Jahren laut Statistischem Bundesamt stets unter zwei Prozent lag (in manchen Jahren auch unter einem Prozent), ist das Real-Einkommen der Hammer gestiegen.

Jahreseinkommen in Hamm: Stichwort Gesamtzahlen

Auch die Gesamtzahlen sind gestiegen. So gab es in Hamm mit 81.890 Steuerpflichtigen 1332 mehr als 2016. Zusammen erwirtschafteten diese einen Gesamtbetrag von 2,76 Milliarden Euro an Lohn und Einkommen (2016: 2,66). An Lohn- und Einkommenssteuer kamen so 420 Millionen Euro zusammen, 5,8 Prozent mehr als 2016.

Bei den Einkünften handelt es sich um das gesamte zu versteuernde Einkommen wie Löhne, Mieteinnahmen und Zinsen. Absetzbare Ausgaben wie etwa Kosten für Kinderbetreuung, Arbeitszimmer und Handwerker sind bereits abgezogen.

Jahreseinkommen in Hamm: Stichwort Spitzenverdiener

17 Einkommensmillionäre wohnen in der Stadt, das sind genauso viele wie 2014 und 2015, nachdem es 2016 nur 13 waren. Zusammen wurden ihren Konten 2017 33,5 Millionen Euro (2016: 25,9) gutgeschrieben. Lohn- und Einkommenssteuer zahlten sie knapp 10,8 Millionen Euro (2016: 8,1). Damit kommen auf 100.000 Einwohner 0,9 Einkommensmillionäre. Das entspricht NRW-weit Platz 284. Meerbusch auf Rang eins liegt bei 16,6.

Mehr als eine halbe Million Euro im Jahr verdienten 2017 76 Hammer (+11), mehr als 250 000 Euro 335 (+36). Über 125 000 Euro Einkommen haben 1872 Einwohner, 153 mehr als 2016, 594 mehr als 2012. Ihr Anteil an den Gesamtsteuerpflichtigen in der Stadt beträgt 2,29 Prozent, ihr Anteil am Gesamteinkommen allerdings 15,4 Prozent.

Jahreseinkommen in Hamm: Stichwort Besserverdiener

Als Besserverdiener werden vereinfacht gesagt diejenigen Menschen bezeichnet, die mehr als der Durchschnitt verdienen. In Hamm läge das also bei 34 027 Euro. Über 35 000 Euro, die Zahl weist IT.NRW aus, verdienen in der Lippestadt 29 072 Steuerpflichtige. Das wären 35,5 Prozent. Wobei hier noch einmal darauf verwiesen sei, dass zusammenveranlagte Ehepartner als ein Steuerpflichtiger zählen, was die Zahlen etwas verfälscht.

Ein Jahreseinkommen von 50.000 bis 125.000 Euro nennen 14.140 Hammer ihr Eigen (17,4 Prozent). Gemeinsam kommen diese Steuerpflichtigen ziemlich genau auf ein Einkommen von einer Milliarde und damit auf mehr als ein Drittel des Gesamteinkommens in der Stadt. Seit 2012 ist diese Summe kontinuierlich jedes Jahr um etwa 50 Millionen Euro gestiegen. Durchschnittlich verdient diese Gruppe 71.252 Euro, rund 300 Euro mehr als im Vorjahr und knapp 1000 Euro mehr als 2012. Ihr Anteil an der Lohn- und Einkommensteuer beträgt knapp über 40 Prozent.

Jahreseinkommen in Hamm: Stichwort geringe Einkommen

Weiterhin fast 50 Prozent der Hammer muss mit einem geringen Einkommen von unter 25.000 Euro im Jahr auskommen. Die Zahl sank allerdings von 40.293 auf 40.090 und liegt nun bei 48,96 Prozent der Gesamtsteuerpflichtigen. 2016 waren es noch minimal über der Hälfte. Der Anteil am Gesamteinkommen dieser Personengruppe liegt bei 15,2 Prozent, an der Lohn- und Einkommenssteuer bei 4,6 Prozent. 13 436 Steuerpflichtige haben Einkünfte von unter 5000 Euro angegeben.

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