Jäger lehnen Alleen-Radweg weiter ab

Lebt der Eisvogel am ehemaligen Bahndamm? ▪
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Lebt der Eisvogel am ehemaligen Bahndamm? ▪

OSTERFLIERICH ▪ Die Zustimmung der CDU-Mehrheit und der FDP für das vor allem bei Umweltverbänden umstrittene Radwegeprojekt auf der ehemaligen Bahntrasse in Osterflierich stößt bei Karl Altena, Ehrenvorsitzender der Kreisjägerschaft, auf Unverständnis.

Angesichts von Alternativen auf Wirtschaftswegen hält er den Ausbau auf dem einstigen Gleisbett für überflüssig. Er kritisiert zudem den Gutachter und verweist auf die Unterlagen zur Renaturierung der Seseke, die unweit der Trasse fließt. „Richtig ist, dass dem mehrfach gesichteten Eisvogel bislang kein Brutplatz nachgewiesen werden konnte“, sagt Karl Altena. „Die angelegten Steilufer im mäandrierten Bereich der Seseke an dem angrenzenden Bahndamm bieten aber gute Voraussetzungen dafür“, geht er davon aus, dass der streng geschützte Vogel dort zu finden sein könnte. Der Gutachter hatte nur die Nachtigall als geschützten Vogel ausfindig gemacht. Mehrfach sei zudem der in Hamm recht seltene Dachs am Bahndamm gesichtet worden, sagt Altena.

Dass weitere geschützte Tiere in dem genannten Bereich nicht ihre Nester haben, hält er dagegen durchaus für möglich. „Das recht schmale Landschaftsband mag als Brutplatz für heimische Tierarten nicht optimal sein, die Vernetzungswirkung vorhandener Biotope ist aber beachtenswert“, sagt Altena.

Als Anrainer der Bahntrasse kritisiert er das Vorgehen bei der Planung. „Die Altverträge zum Erwerb der Eisenbahntrasse sichern den anliegenden Eigentümergrundstücken Schutz vor Beschattung und sichere Entwässerung zu“, erklärt er und formuliert seine Forderung als Frage: „Kann es rechtens sein, dass eine Alleetrasse mit grenzübergreifenden Baumkronen auf einem so schmalen Landschaftsband ohne Nachbarschaftsbeteiligung angelegt werden soll?“

Er schlägt auch angesichts leerer Kassen vor, die Radfahrer von Flierich bis Kump über eine Alternativroute landwirtschaftlich selten benutzter Wirtschaftswege zu führen: über Goldbrink und Pedinghauser Markt bis nach Kump. „Von dort über den alten Hellweg nach Hilbeck, wo die zurückgebaute B 63 eine gefahrlose Querung ermöglicht“, sagt er und meint: „Zur Anbindung dörflicher Siedlungsgebiete benötigt man keine Fernwege für Radfahrer.“ ▪ ha

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