Immobilie soll verkauft werden

Ist die Zukunft dieser Dorfkneipe in Rhynern in Gefahr?

Soll verkauft werden: Die Immobilie mit der Gaststätte „Zum Isenbecker“ in Rhynern.
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Soll verkauft werden: Die Immobilie mit der Gaststätte „Zum Isenbecker“ in Rhynern.

Einige Vereine und Stammgäste machen sich Sorgen um die Zukunft der Kultkneipe „Zum Isenbecker“ an der Alten Salzstraße in Rhynern. Denn der Eigentümer der Immobilie denkt über einen Verkauf nach.

Rhynern – „Ja, es gibt Überlegungen in diese Richtung“, bestätigt der Hammer, der namentlich in der Öffentlichkeit nicht genannt werden möchte. „Aller Voraussicht nach werde ich in den kommenden Wochen einen Makler damit beauftragen.“

Das bedeute aber keinesfalls, dass die Mieter der Wohnung im Obergeschoss und die Pächterinnen der Gaststätte anschließend auf der Straße stehen, betont er. „Die haben nichts zu befürchten. Das Miet- und Pachtverhältnis bleibt nach dem Verkauf bestehen.“ Ohnehin sei es ihm ein großes Anliegen, dass beide Parteien in diesem Gebäude bleiben können, erwähnt er das gute Verhältnis.

Die Verkaufsabsicht habe andere Gründe. Insgeheim hofft der Eigentümer, dass sich ein Käufer findet, der einen Bezug zum Ort, im Optimalfall zur Kneipe hat und daher ein großes Interesses mitbringt, dass dieser Treff für Vereine und Dorfbewohner erhalten bleibt.

Geht es nach den beiden Pächterinnen, die Schwestern Hildegard Henker und Anne Wendel, dann soll es im Isenbecker in jedem Fall weitergehen. „Wir sind jetzt seit zehn Jahren sehr glücklich dort und würden furchtbar gerne noch ein paar Jahre dranhängen“, betont Hildegard Henker. Natürlich habe die Verkaufsabsicht des Eigentümer für etwas Unruhe gesorgt, aber „wir haben uns deswegen nicht um Alternativen gekümmert, sondern wären einfach nur dankbar, wenn wir bleiben dürfen.“

Ähnlich dankbar dürften auch die Rhyneraner sein, wenn die Kneipe noch länger erhalten bliebe. Noch Ende des vergangenen Jahres hatten Mitglieder des Schwimmclubs „Freischwimmer“ ins Portemonnaie gegriffen und der Kneipe einen großen Pavillon gespendet, der es den Gästen ermöglicht, auch bei schlechterem Wetter draußen im kleinen Biergarten zu verweilen. Eine Hilfe, die zu Corona-Zeiten sehr gut ankam.Viele Gäste haben sich zu Stammtischrunden zusammengefunden und investiert worden ist vor einigen Jahren auch noch, indem ein Teil der ehemaligen Wirtewohnung der Gaststätte zugeschlagen worden war. In diesem neuen Raum können seitdem kleinere Gesellschaften und Versammlungen bewirtet werden.

Im Ort haben sich die Verkaufsabsichten des Eigentümer schnell herumgesprochen. Seitdem brodelt die Gerüchteküche und Sorge um das Aus der Dorfkneipe macht sich breit. Im Moment ist die Sorge allerdings noch unbegründet. Und vielleicht findet sich ja ein Käufer mit einem Herz für die Dorfkneipe.

Geschichte des Hauses

Das Lokal ist als Pächterkneipe bis heute immer ein typisches Theken- und Stammtischlokal gewesen. Das Haus war bis 1937 Eigentum des Schreinermeisters Heinrich Frigge; es wurde damals an die Eheleute Mathias und Wilhelmine Venema verkauft, die dort bis 1956 den Handel „Eier, Butter, Geflügel“ betrieben und 1957 das Objekt verkauften. Der neue Eigentümer richtete etwa 1959/1960 die Gaststätte „Warsteiner“ ein, heute „Zum Isenbecker“, in der viele Jahre Theo Schlotböller ein bekannter Wirt war. Zurzeit betreiben die Geschwister Hildegard Henker und Anne Wendel erfolgreich die kleine Dorfkneipe.

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