Einkaufshilfe

Isabella Schafflik geht für Bedürftige in den Supermarkt

Isabella Schafflik steht vor den Einkaufswagen am Rewe.
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Helfen in der Pandemie: Isabella Schafflik arbeitet die Einkaufsliste ab.

Leben mit dem Coronavirus – das bedeutet für die einen, im Homeoffice zu sitzen oder (wie im Gastronomiebereich) gar nicht mehr arbeiten gehen zu können, für die anderen, sich gar nicht mehr nach draußen zu trauen aus Angst vor Ansteckung. Vor allem, wenn es sich um Angehörige einer Risikogruppe handelt. Für sie ist es oft genug zumindest mit einem unguten Gefühl verbunden, einkaufen gehen zu müssen. Aber zum Glück gibt es ja ehrenamtlichen Helfer.

Hamm - Isabella Schafflik ist die seit einigen Monaten als Einkaufshelferin tätig und überwältigt ist von der Resonanz auf ihren Einsatz. Die 37-Jährige hatte sich auf einen Aufruf in den Medien hin gemeldet, als gerade wegen des Coronavirus Menschen gesucht wurden, die die einkaufen gehen – entweder für Bürger, die sich in Quarantäne befinden oder solche, die wegen einer schweren Erkrankung in dieser Situation nicht selbst Supermärkte aufsuchen sollen.

„Das könnte etwas für mich sein“, habe Schafflik gedacht, die bis dahin nicht ehrenamtlich tätig war. Die Hammerin ist im Bundesverwaltungsamt im Bereich Travelmangagement tätig, ist gerne mit ihrer Laufgruppe unterwegs, kümmert sich um ihre Patenkinder und reist gerne. Dinge, die in Corona-Zeiten zumindest teilweise wegfallen. Zeit war als da und auch der Wille, etwas für andere zu tun.

Einkaufszettel per SMS, E-Mail oder Telefon

Isabella Schafflik meldete sich im Stadtteilzentrum Feidik-Forum, weil dort Einkaufshilfen so Hilfsbedürftigen zugeordnet werden, dass die Stadtteile zueinander passen und die zusätzlichen Wege möglichst kurz sind. Schafflik ist nun für zwei Herren zuständig: Für den einen geht sie kontinuierlich einmal wöchentlich einkaufen, der andere meldet sich nach Bedarf. Die Ausführung ist allerdings unterschiedlich: In dem einen Fall erfährt Schafflik am Telefon, per E-Mail oder SMS, was gerade gebraucht wird. In dem anderen Fall nutzt der „Kunde“ den Bestellservice eines Supermarktes: Er sucht die Waren online selbst aus, Isabella Schafflik muss sie nur noch abholen und natürlich bezahlen. Dieses Einkaufsgeld holt sie sich vorher direkt bei den Bedürftigen ab.

Milch, Brot, Kaffee – es sind die ganz normalen Waren des Alltags, die die 37-Jährige besorgt. Außergewöhnliche Wünsche seien bisher noch nicht dabei gewesen. Die Waren bringt sie dann in beiden Fällen bis vor die Haustür, Kontakt gibt es nur – wie coronamäßig vorgeschrieben – auf Distanz und mit Maske. „Beide Herren sind wirklich ganz glücklich und vor allem dankbar über die Hilfe“, sagt Schafflik. Der eine Herr freue sich schon immer auf den Donnerstag, der sich als fester Einkaufstag etabliert habe. Mit ihm telefoniere sie meist mittwochs, um zu bestätigen, dass alles bleibt wie abgesprochen. Das nutze er gerne, um auch von anderen Dingen zu erzählen, weil er sonst niemanden mehr habe, der ihm zuhört.

Selbstverständliches wird zum Besonderen

„Ich kann nur jedem, der in dieser schwierigen Zeit etwas Gutes tun möchte, ans Herz legen, sich für andere zu engagieren“, sagt Isabella Schafflik. Und wenn es „nur“ ein Einkaufsdienst sei. Für bedürftige und kranke Menschen, denen oft ein soziales Umfeld fehlt, sei solch ein Einkauf, der oft als selbstverständlich hingenommen wird, etwas ganz Besonderes: „Diese Menschen wissen das wirklich zu schätzen und sind total dankbar dafür.“ Deshalb ist für Isabella Schafflik auch klar: „Ich werde auch nach Corona weitermachen.“

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